Der richtige Blick auf dem Bike

Von 
Rudolf Huber
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mid Groß-Gerau - Die richtige Blickführung ist beim Motorradfahren ausgesprochen wichtig, weil ein Bike dahin fährt, wohin sein Fahrer schaut. © BMW

Motorradfahrer sind ganz besonders dazu aufgerufen, mit wachen Augen unterwegs zu sein, um Risiken frühzeitig wahrnehmen und darauf reagieren zu können. Schließlich fehlt ihnen die Knautschzone. Und zusätzlich "lenken" die Biker auch mit den Augen.

Das klingt seltsam, ist aber Tatsache. Die richtige Blickführung ist beim Motorradfahren ausgesprochen wichtig, weil ein Bike dahin fährt, wohin sein Fahrer schaut. Nur wer als Zweiradfahrer seine Augen dorthin richtet, wo er hinwill, kommt auch dort an. Diese goldene Regel mühen sich die Instruktoren bei Fahrertrainings ihren Schülern immer wieder aufs Neue nahezubringen, heißt es beim Goslar-Institut der HUK Coburg.

Das ist oft nicht so einfach, weil gerade noch unsichere Motorradfahrer ihren Blick meist automatisch auf oder knapp vor das Vorderrad richten. Oder bei Kurvenfahrt den sich nähernden Rand der Straße anstarren. Erfahrene Biker wissen: Das ist eine ziemlich sichere Methode, um in Schwierigkeiten zu geraten. Häufig passieren Motorradunfälle beim Kurvenfahren denn auch nicht, weil der Zweiradpilot zu schnell in die Biegung fuhr oder gar die "Ideallinie" nicht sauber getroffen hat. Ursache ist nur allzu oft der falsche Kurvenblick: Statt den Kurvenausgang anzuvisieren, richtet der Fahrer sein Augenmerk auf den Straßenrand oder alternativ den Gegenverkehr.

Doch hier gilt der sensomotorische Grundsatz: Der Blick führt die Bewegung. Und ist der Blick auf den "Punkt des Abflugs" fixiert, fährt man unweigerlich darauf zu. Im Umkehrschluss gilt deshalb: Je weiter man seinen Blick voraus richtet, desto sicherer kommt man ans Ziel.

Beim Motorrad kommt hinzu, dass sich der Fahrer zum Steuern der Maschine in die Kurve legt. Wegen der Schieflage signalisiert das Gehirn zumindest bei Ungeübten Gefahr. Deshalb empfehlen Fachleute, in Schräglage den Kopf möglichst aufrecht zu halten.

Übung macht bekanntlich den Meister. Deshalb empfiehlt es sich, für ein korrektes, sicheres Kurvenfahren - und das ist ja schließlich das Salz in der Suppe bei dieser Art der Fortbewegung - die richtige Blickführung zu üben. Das kann etwas dauern, bis man es wie gewünscht hinbekommt, nicht zuletzt, weil es häufig mit Überwindung verbunden ist. Doch wer falsch guckt, fährt auch schlecht.

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