Dekra schafft 1.000 neue Stellen durch Digital-Ausbau

Von 
Jutta Bernhard
Lesedauer: 
mid Groß-Gerau - Dekra-Vorstand: Ulrike Hetzel, CTO, Stefan Kölbl, CEO, Stan Zurkiewicz, COO, und Wolfgang Linsenmaier, CFO (von links). © Dekra

Der Deutsche Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein (Dekra) investiert kräftig in die Zukunft. Im Zentrum steht vor allem die Digitalisierung. Die Stammbelegschaft wurde allein im Jahr 2020 um 400 Mitarbeiter auf fast 30.000 erhöht.

"Durch unsere breite fachliche Aufstellung, unsere globale Präsenz und ein konsequentes Optimierungsprogramm konnten wir die Auswirkungen der Pandemie in engen Grenzen halten", sagt der Dekra-Chef Stefan Kölbl auf der virtuellen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart. Dekra habe mit 3,2 Milliarden Euro einen Umsatz fast auf Vorjahresniveau erzielt - ohne den Umsatzrückgang der Sparte Zeitarbeit.

Kölbl betrachtet 2021 als ein Jahr des Aufbruchs zu neuen Wachstumsufern, was sich auch durch Neubesetzungen im Vorstand zeigt: Die von Bosch gewechselte IT-Expertin Ulrike Hetzel treibt als CTO den Aufbau neuer digitaler Kompetenzen weiter voran. Stan Zurkiewicz hat fünf Jahre lang die wichtige Wachstumsregion East & South Asia geleitet und verantwortet nun als COO die weitere globale Expansion.

Im Jahr 2021 will Dekra die beiden Megatrends Digitalisierung und Nachhaltigkeit für sich nutzen: Durch den Ausbau von digitalen Services soll die Stammbelegschaft um weitere mindestens 1.000 Mitarbeiter erhöht werden. Die Gesamtbelegschaft einschließlich Zeitarbeit umfasst dann mehr als 45.000 Beschäftigte.

Bis 2025 will die Expertenorganisation ihr komplettes Dienstleistungsportfolio digitalisiert haben. "Das gesamte Unternehmen wird konsequent an den Chancen der Digitalisierung ausgerichtet: Das beinhaltet neue Arbeitsformen wie auch verstärkte digitale Interaktion und Innovation bis hin zu datengetriebenen Dienstleistungen", sagt Kölbl. Auf dem weiteren Weg der Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft sei Sicherheit ganz entscheidend. Dem Selbstverständnis als Vordenker entsprechend habe man deshalb 2020 verstärkt in die Zukunftsfelder "Cyber Security" und "Künstliche Intelligenz" investiert.

"Ohne von unabhängiger Seite bestätigte Sicherheit werden Verbraucher smarten Produkten, die KI nutzen, nicht vertrauen", sagt der Dekra-Vorstandsvorsitzende. Je digitaler beispielsweise Fahrzeuge werden, desto mehr seien nachprüfbare Standards und intelligente Technologien zur Prüfung ihrer Einhaltung erforderlich. Dekra setzt sich deshalb für einen rechtlichen Rahmen ein, der KI-Normen definieren und die Einhaltung prüfbar machen soll.

Eng verknüpft mit KI und Cyber Security sei die Zukunft der Mobilität. "Als Expertenorganisation, deren Erfolg seit fast 100 Jahren eng mit sicherer Mobilität verbunden ist, begleiten wir unsere Kunden in diesem Transformationsprozess", betont der Dekra-Chef. In allen Service Divisions entwickle das Unternehmen neue Angebote rund um Wachstumsmärkte wie das automatisierte Fahren, die Elektro- und Mikromobilität oder das Carsharing.

Sicherheit sei ein zentrales menschliches Grundbedürfnis - besonders in einer digitalisierten Welt, so Kölbl. Dekra werde deshalb weiter stark auf organisches Wachstum setzen und dafür rund 500 Millionen Euro bis 2025 investieren.

Jutta Bernhard und Lars Wallerang / mid

AdUnit urban-intext1