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Altengerechte Autos

Von 
Lars Wallerang
Lesedauer: 
mid Groß-Gerau - Besonders für ältere Menschen gilt: Augen auf beim Autokauf. © Dekra

Immer mehr Senioren sitzen am Steuer. Viele von ihnen sind bereit, zum Erhalt der eigenen Mobilität altersgerechte Fahrzeuge anzuschaffen. Das macht diese in vielen Ländern finanzstarke Gruppe für die Automobilindustrie überaus interessant. Um aber sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, sollte das ausgewählte Fahrzeug so gut wie möglich auf die Belange und die möglichen Leistungseinbußen der Altersgruppe 65+ zugeschnitten sein.

Das beginnt bei der direkten Sicht vom Fahrerplatz aus. "Je weniger die Sicht durch breite Säulen oder zu kleine Fenster eingeschränkt wird, desto weniger fallen körperliche Einschränkungen im Bereich des Oberkörpers und der Halswirbelsäule oder ein verkleinertes Gesichtsfeld ins Gewicht", erklärt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei Dekra.

Insbesondere die Windschutzscheibe habe eine Vielzahl an Kriterien zu erfüllen. So müsse zum Beispiel das durch die Scheibenwischer abgedeckte Wischfeld so gestaltet sein, dass bei Regen oder insbesondere auch Schneefall keine nennenswerten "Verbreiterungen" der A-Säulen entstehen. "Ein guter Blick auf Ampeln muss durch die Anordnung des Sitzes zur Windschutzscheibe und vor allem die Positionierung des Innenspiegels sowie der oftmals in diesem Bereich verbauten Sensorik oder Kamerasysteme möglich sein - und zwar ohne größere Verrenkungen in allen für die Nutzer in Frage kommenden Positionen der Sitzeinstellung", empfiehlt der Experte.

Darüber hinaus würden große und wenig verzerrende Rückspiegel eine schnellere Erfassung des rückwärtigen Verkehrs ermöglichen und dazu beitragen, Unzulänglichkeiten beim Schulterblick zu kompensieren, auch wenn sie ihn nicht komplett ersetzen können. Wichtig sei außerdem die Innenraumgestaltung, die den Blick mittels Innenspiegel durch die Heckscheibe möglichst wenig beeinträchtigen dürfe. Dafür ist es ratsam, bei der Fahrzeugauswahl unvoreingenommen Modelle verschiedener Hersteller auszuprobieren und sich für dasjenige zu entscheiden, in dem man sich am wohlsten fühlt - auch wenn es vielleicht nicht von der seit Jahrzehnten gefahrenen Marke aus dem ebenso lange besuchten Autohaus stammt.

Auch ein aufgeräumtes Cockpit, sinnfällige und gut ablesbare Instrumente sowie eine übersichtliche, eindeutig strukturierte Benutzeroberfläche tragen wesentlich zur Entlastung der Fahrerinnen und Fahrer bei und sorgen so für Sicherheit und Wohlbefinden. Displays und Anzeigeelemente sollten bei jedem Beleuchtungszustand kontrastreich gestaltet sein. Zahlen und andere Zeichen oder Symbole müssen groß genug und auch bei nur kurzer Blickzuwendung gut erkennbar sein. Während der Fahrt genutzte wesentliche Funktionen wie die Steuerung von Licht und Scheibenwischern, die Einstellung von Heizung und Lüftung oder die Regelung des Radios müssen ohne Blickzuwendung und mit haptischer Rückmeldung einfach bedient werden können.

Was die Auswahl von Fahrerassistenzsystemen anbelangt, weisen vor allem solche ein besonders für Senioren hohes Nutzenpotenzial auf, die in komplexen und anspruchsvollen Verkehrssituationen unterstützen. Dazu gehören etwa Kreuzungsassistent, Totwinkel- bzw. Spurwechselassistent, Nachtsichtsystem oder Notbremsassistent. Zudem kann ein Verkehrszeichenassistent, der kamerabasiert die zulässige Höchstgeschwindigkeit erkennt und auf der Armaturentafel anzeigt, in einem gewissen Rahmen Defizite bei der Aufmerksamkeit kompensieren und so ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit verleihen. Auch Rückfahrkamera und Einparkhilfen können Stresssituationen abmildern und so zu mehr Sicherheit beitragen.

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