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Im Test

Alltagsbegleiter für die Reise

Mercedes-Benz bietet mit dem Marco Polo ein luxuriöses, durchdachtes, leistungsstarkes und vielseitiges Campingmobil an

Von 
Stephan Eisner
Lesedauer: 
Noch ein Glas Wein, dann geht es in die beiden Betten. Das Frühstück am nächsten Morgen lässt sich wunderbar auf dem zweiflammigen Gasherd zubereiten. © Mercedes-Benz/Stephan Eisner(2)

Mannheim. „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ Das Zitat steht am Anfang des Gedichts „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius – und stammt aus dem Jahr 1786. In Pandemie-Zeiten haben sich viele dazu entschlossen, ihre Reiseerlebnisse mit einem Wohnmobil oder Wohnwagen anzugehen. Campen ist „in“ – und deshalb wagen wir uns mit dem Mercedes Marco Polo an dieses Abenteuer.

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Das Camping-Mobil auf Basis der V-Klasse, das den Namen des Asienreisenden aus dem zwölften Jahrhundert trägt, hat den Vorteil, dass es nicht nur wenige Wochen pro Jahr im Einsatz ist, sondern auch im Alltag bewegt werden kann. Dank des einklappbaren Dachs liegt die Höhe bei unter zwei Meter – ein Kriterium, um in Tiefgaragen fahren zu können. An die Länge von mehr als fünf Metern kann man sich gewöhnen, die leichtgängige Lenkung und die gute Übersicht lassen den Kleinbus handlich wirken. Und wenn jemand dann seine Reise tut, kann er es in einer schicken Atmosphäre tun.

Mercedes-Benz Marco Polo EDITION 300 d

Motor: Vierzylinder-Diesel

Hubraum: 1950 ccm

Leistung: 174 kW / 237 PS

Max. Drehmoment: 500 Nm

Antrieb: Heckantrieb, Neungang-Automatik

Höchstgeschw.: 214 km/h

Beschleunigung: 0 – 100 km/h in 8,8 Sekunden

Verbrauch pro 100 Kilometer (Werksangaben/WLTP): 7,9 l/Testverbrauch: 8,4 l

CO2-Emission: 206 g/km

Schadstoffklasse: Euro 6d

Leergewicht: 2487 kg

Länge: 5140 mm, Breite: 1928 mm, Höhe: 1980 mm

Preis: 64 710 Euro

Serienausstattung: Leichtmetallräder, elektrische Lenkung, LED Intelligent Light System, Colorverglasung im Fond, Schwarzglas, Sitzheizung vorne, Vordersitze drehbar, Bodenbelag in Jachtoptik, Warmluft-Zusatzheizung, Navigationssystem, Einparkhilfe, Klimaautomatik, zahlreiche Assistenzsysteme. se

Unser Ziel ist der Altmühlsee in Franken. Die Autobahnpassage bewältigt der von einem Zweiliter-Diesel angetriebene Marco Polo sehr souverän, immerhin beträgt die Ausbaustufe des 300d genannten Antriebs 237 PS. Die Sitze sind bequem, der Fahrkomfort ähnelt viel mehr einer Limousine als einem Transporter. Die technischen Features wie Batterie- und Wasserstand, Temperatur oder Licht lassen sich zentral über das Display oder ein Smartphone abrufen und steuern.

Vom Nachtlager zum Essplatz

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Wer viel auf kleinem Raum unterbringen will, muss erfinderisch sein. Um erstmal Luft nach oben zu schaffen, lässt sich auf dem Campingplatz das Dach des Marco Polo elektrisch (Aufpreis: 1693 Euro) nach oben fahren. Dabei zieht es ein Bett mit, es kann später zum Schlafen wieder herabgelassen werden. Eine weitere Schlafmöglichkeit ergibt sich, wenn die hintere Sitzbank – ebenfalls elektrisch – komplett auf „flach“ gefahren wird. Wo sich bei anderen V-Klassen das Gepäckabteil befindet, wartet eine Platte, die die Liegefläche bis zur Heckklappe verlängert. Nun muss noch ein Topper, der mit einem Bettlaken bezogen wird, über das Lager – fertig. Unter der Platte hinten sind der Klapptisch und die Stühle für außen befestigt, außerdem wartet hier das Stromkabel, um die zweite Batterie zu schonen, die den Marco Polo im Stand mit Saft für die 40-Liter-Kühlbox und die heimelige Beleuchtung versorgt.

Die Betten sind 1,13 Meter breit. Das ist nicht viel – und für eine bequeme Nachtruhe ist es ratsam, dass zwei Erwachsene sich besser auf die beiden Schlafplätze verteilen. Das eigene Kissen und die Bettdecke bescheren eine erholsame Nacht.

Das Leben auf Campingplätzen beginnt zeitig. Und so wird der Innenraum des Marco Polo vom Nachtlager zum Frühstücksplatz umgebaut: Die Rückbank kommt in die ursprüngliche Position, die Vordersitze werden nach hinten gedreht und der Klapptisch in eine aufrechte Position gebracht. Auf dem zwei-flammigen Gasherd lassen sich wunderbar Spiegeleier braten und das Wasser für den Kaffee erhitzen.

Die Anordnung des Kochbereichs mit kleinem Spülbecken, das von einem 37-Liter-Frischwassertank gespeist wird, die schicken Glasabdeckungen, der Kunststoffboden, der an die Planken einer edlen Jacht erinnert – all das ist sehr durchdacht und wirkt hochwertig. Wie auch der Preis unseres Testwagens, der bei 95 000 Euro liegt. Was fehlt, ist Stauraum. Zwar lassen sich Geschirr, Pfannen und Besteck prima unter dem Kochfeld einräumen, für die Kleider werden die im Wohnraum verteilten Fächer aber knapp. Da erntet man von den Mitcampern mit ihren Riesenmobilen mitleidige Blicke. Trotzdem überholt sie der Marco Polo – nicht nur auf der Autobahn, sondern als Alltagsbegleiter.

Autor Projektredakteur/Autoredakteur

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