Wetter - Schneefall und Verwehungen sorgen für Zugausfälle in mehreren Bundesländern / Eisige Temperaturen vorhergesagt Wintersturm über Deutschland

Von 
Carolin Bock, Marc Herwig, Ira Schaible
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Schneeräumfahrzeuge kamen am Wochenende in manchen Gegenden Deutschlands – wie hier in Mecklenburg-Vorpommern – an ihre Grenzen. © dpa

Berlin/Mannheim. Dutzende festhängende Lastwagen, eine Befreiungsaktion aus einer Schwebebahn und große Probleme im Bahnverkehr: Ein heftiger Schneesturm hat in Teilen Deutschlands für Verkehrschaos gesorgt. Mancherorts fielen mehr als 30 Zentimeter Schnee, dazu kamen meterhohe Verwehungen. Polizei und Feuerwehr mussten zu zahllosen Einsätzen ausrücken. Auch Fußballspiele wurden abgesagt. Der heftige Wintereinbruch brachte die Räumdienste in mehreren Bundesländern an ihre Grenzen. Die Polizei musste spiegelglatte Autobahnen sperren, es gab Hunderte Unfälle. Busse standen vielerorts still. Autos blieben in tiefen Schneewehen stecken.

Rettung mit Drehleiter

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In Wuppertal befreiten Einsatzkräfte sechs Menschen aus einer Schwebebahn. Die Bahn konnte nach Angaben der Feuerwehr durch das eisige Wetter nicht mehr fahren und blieb stehen. Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit und blieben unverletzt. Wegen der großen Schneemassen stürzte außerdem in Hagen ein Zirkuszelt ein. 13 Tiere wurden gerettet. Der Lastwagenverkehr kam in Osthessen schon in der Nacht zum Sonntag zeitweise zum Erliegen. Mehr als 55 Sattelzüge konnten dort aufgrund der glatten Fahrbahn und ihres Gewichts die Steigungen nicht überwinden.

Pegelstände in Mannheim

Nachdem die Wasserpegel von Rhein und Neckar am Donnerstag und Freitag in Mannheim ihre Höchststände erreicht hatten, ging das Wasser am Wochenende langsam zurück.

Laut Hochwasservorhersage-Zentrale Baden-Württemberg erreichte der Rhein am Sonntagnachmittag um 16.15 Uhr einen Stand von 6,54 Metern. Am Freitagmittag lag der Pegel noch bei 7,38 Metern.

Der Neckarpegel lag am Sonntag um 16.30 Uhr bei 6,48 Metern – am Donnerstagabend betrug er noch 7,31 Metern. tbö

Die Einschränkungen im Bahnverkehr waren massiv: Zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Hamburg und Hannover etwa verkehrten keine Züge. Zwischen Hamburg und Berlin komme es zu Einschränkungen, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit. Der Bahnverkehr wird auch am Montag deutlich eingeschränkt sein. Am Sonntagnachmittag erklärte die Bahn, die verschärfte Wetterlage verursache derzeit im Bahnknoten Erfurt weitere Einschränkungen im Fernverkehr. Es fuhren demnach keine Züge von Frankfurt und Kassel in Richtung Osten. Auf der Verbindung Halle/Leipzig/Magdeburg komme es weiter zu Ausfällen der Fernverkehrslinien. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn sogenannte Aufenthaltszüge zum Aufwärmen auf.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) riet den vom Schneechaos betroffenen Menschen in Deutschland, am Wochenbeginn besser zu Hause zu bleiben. Man könne nicht garantieren, im Laufe des Montags den Bahnverkehr wieder zum Laufen zu bekommen, sagte Scheuer nach einer Lagebesprechung am Sonntag. Der Wind mache „megamäßig“ Probleme, vor allem mit Schneeverwehungen. Betroffen seien auch die Autobahnen und die Bahn. Das heißt: in Absprache mit dem Arbeitgeber „lieber zu Hause bleiben“, so der Minister.

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Tief „Tristan“ über Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeer bringt im Zusammenspiel mit Hoch „Gisela“ über Skandinavien weitere eisige Luft. „Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große Kälte auf uns zu“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst. Mit Schnee muss weiter gerechnet werden, allerdings nicht so intensiv wie am Wochenende.

Klirrende Kälte erwartet

Am Dienstag lassen die Schneefälle dann größtenteils nach, außer an der Küste. Für die Nächte sagen die Meteorologen klirrende Kälte vorher, häufig mit strengem Frost unter minus zehn Grad. Lokal seien insbesondere über Schneeflächen bis zu minus 20 Grad „gut möglich“.

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Laut dem Online-Portal „wetter.de“ werden Minustemperaturen in der Region Rhein-Neckar in der Nacht auf Dienstag erwartet. Auch in den folgenden Tagen klettert das Thermometer dann nicht mehr in den Plusbereich. Erst zum Wochenende hin sollen sich die Temperaturen dann der Null-Grad-Marke annähern. Nachdem es am Dienstag und Mittwoch laut „wetter.de“ in Mannheim bewölkt ist und mit Schnee zu rechnen ist, wird es ab Donnerstag trockener und auch sonniger. (dpa mit tbö)