Film - Gojko Mitic fesselte in seiner Rolle als Indianer Millionen Zuschauer „Winnetou des Ostens“ wird 80 Jahre alt

Von 
Gudrun Janicke
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Schauspieler Gojko Mitic probt im Jahr 2006 bei den Karl-May-Spielen seine Rolle als Apachenhäuptling Winnetou in dem Stück „Winnetou III“. Die Rolle eines Indianers auf der Leinwand scheint ihm auf den Leib geschrieben. © dpa

Potsdam/Berlin. Der Oberkörper muskulös und nackt, das lackschwarze lange Haar von einem schmalen Lederband zusammengehalten – und ein Blick, der einen in den Bann zog. Wenn er auf den DDR-Fernsehbildschirmen auftauchte, gerieten Mädchen und Frauen reihenweise ins Schwärmen. Gojko Mitic, der in den Defa-Indianerfilmen verschiedene Rollen spielte, wurde ein Leinwand-Star mit Millionenpublikum. In vielen Jugendzimmern im Osten hing ein Poster von ihm. Gojko, der von seinen Fans auch heute immer noch mit dem Vornamen angesprochen wird, wird am Samstag 80 Jahre alt.

Berühmte Romanfigur

Autor Karl May (1842 bis 1912) erschuf mit Winnetou seine wohl berühmteste Figur.

Winnetou verkörpert den guten und für Gerechtigkeit kämpfenden Indianer.

Er ist ein fiktiver Häuptling der Mescalero-Apachen.

In den May-Romanen wird Winnetou häufig von seinem weißen Freund und Blutsbruder Old Shatterhand begleitet. Oft sind die Geschichten auch als Ich-Erzähler aus dessen Sicht erzählt. red

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Schon immer hielt er sein Privatleben privat. Auch kurz vor diesem Jubiläum mag Mitic, geboren im ehemaligen Jugoslawien, nicht über seinen runden Geburtstag sprechen. Er mag keine Interviews und bittet, das zu akzeptieren. Erst vor wenigen Jahren war bekanntgeworden, dass der Frauenschwarm eine Tochter hat. Er hatte es nicht bekannt gemacht.

Anfang des Jahres hatte Mitic in einem Interview gesagt, dass dieser runde Geburtstag ihm nichts bedeute und einfach nur eine Zahl sei. Er habe den Plan, vielleicht alles etwas ruhiger angehen zu lassen. „Und etwas selektiver in dem zu sein, was ich mache“, sagte er der Zeitschrift „Super Illu“. Rückblickend resümierte der Schauspieler: „Ich hatte nie eine Traumrolle, wollte nie unbedingt dieses oder jenes spielen. Ich habe die Dinge immer auf mich zukommen lassen und versucht, aus allem das Beste zu machen.“ Bevor er in der DDR ein Star wurde, hatte Mitic in Belgrad Sport studiert und dort auch eine Schauspielausbildung absolviert. In Jugoslawien wurden damals viele Filme gedreht – auch die Indianer-Abenteuer von Karl-May –, und die Regisseure verpflichteten als Stuntmen gerne Sportstudenten.

In Bad Segeberg auf der Bühne

Die Karriere von Mitic als Indianer-Darsteller begann in den 1960er Jahren im Westen Deutschlands. In „Winnetou 2“ (1964) war er neben Pierre Brice auf der Kino-Leinwand zu sehen. Die DDR-Filmgesellschaft Defa bot ihm kurz darauf die erste Hauptrolle an. Deutsch hatte Mitic schon in der Schule gelernt.

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Seine Karriere als Defa-„Chefindianer“ begann 1965. In „Die Söhne der großen Bärin“ schlüpfte Mitic in die Rolle des Indianers Tokei-ihto. Mehr als 9 Millionen Besucher strömten in die Kinos, es wurde einer der kommerziell erfolgreichsten Filme der DDR-Kinogeschichte. Mitic kämpfte danach als Chingachgook gegen die Siedler – in „Chingachgook, die große Schlange“. Als Tecumseh gelang es ihm, Indianerstämme zu einigen („Tecumseh – Der Übermacht unterlegen“).

1992 bekam er die Rolle als Winnetou in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein) angeboten und trat dort in die Fußstapfen von Pierre Brice. Mehr als 1000 Mal stand er damit auf dieser Bühne, ritt tollkühn und kämpfte mutig für die Rechte der Indianer. Die Herzen der Fans flogen dem charismatischen Darsteller zu. 2006 war für ihn in Bad Segeberg Schluss. Da war er Mitte 60 und der bis dahin dienstälteste Winnetou auf dieser Bühne.

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Die Theaterbühne ließ ihn auch danach nicht los: 2007 bis 2009 war er im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin Indianer-Häuptling Bromden in „Einer flog übers Kuckucksnest“. Danach zeigte Mitic sein Gesangstalent als Alexis Sorbas – eine seiner Traumrollen, wie er bekannte – bei den Schweriner Schlossfestspielen 2009.

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Mitic spielte viele Indianerrollen, aber auch anderes. Er flog etwa vor der Kamera als Kosmonaut in den Weltraum oder war als Kundschafter in Südamerika unterwegs. Auch in TV-Serien war er zu sehen, wie „Notruf Hafenkante“, „Wege zum Glück“ oder „Forsthaus Falkenau“. Dem Schauspieler, der ursprünglich Sportlehrer werden wollte, ist gesunde Ernährung wichtig. Er habe nie geraucht und meide Alkohol. dpa