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Tiere - Mit einem Trick verhilft eine Pflegerin den Seevögeln wieder zum unbeschwerten Watscheln / Bandagen lindern Schmerzen

Wie Pinguin Teddy über Nacht zum Internetstar wurde

Von 
Nicole Macheroux-Denault
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Kapstadt. Teddy ist nicht der Schönste, hat nur ein Auge, humpelt ein wenig und ist auch gern mal schlecht gelaunt. Dennoch ist der Felsenpinguin seit neuestem in den sozialen Medien ein viel bewunderter Star – wegen seiner pinken Fußbekleidung. „Die rockt total“, sagt Shanet Rutgers, während sie ihm in Südafrikas Touristenmetropole Kapstadt einen weiteren Fisch in den Schnabel schiebt: Es ist Frühstückszeit im Two Oceans Aquarium.

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Ein Video, das die 30-jährige Tierpflegerin von Teddys 13-köpfiger Felspinguin-Kolonie produzierte, erregte Aufmerksamkeit in den sozialen Medien. Es zeigt die putzige Truppe, wie sie beim morgendlichen Spaziergang durch die Gänge des Aquariums watschelt: hin und her wackelnd, die Flossen zu beiden Seiten ausgestreckt und das coole, gelbe Fransen-Kopfhaar im Takt wippend. Teddy trägt dabei pinke Socken, ebenso sein Freund Alex, und am Ende des Trupps folgt Bubbles mit nur einem pinken Socken an den Füßen.

Bereits 30 Jahre alt

Die pinken Bandagen brachten Teddy viel Aufmerksamkeit ein und lindern die Schmerzen des Pinguins. © dpa

Die Frage nach dem Sinn dieser vermeintlichen Modenschau trieb online Scharen von Beobachtern um – eine Aufmerksamkeit, die Shanet Rutgers begeisterte. „Pinguine bringen so viel Freude; gerade in diesen Zeiten ist es großartig, wenn wir etwas positive Stimmung verbreiten können“, meint sie mit Blick auf ihre flugunfähigen Seevögel.

Seit 21 Jahren lebt Teddy zusammen mit seiner Partnerin Wallace in einem Nest im Strandgehege des Aquariums. Weißer Sand, Findlinge und ein kleiner Wasserbereich: Es ist die etwas bemühte Imitation eines Küstenabschnitts, dem natürlichen Lebensbereich der Pinguine.

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Ihre Nestnachbarn – der angriffslustige Grommet und seine liebliche Roxy – haben hier sogar schon drei Eier gelegt. Heraus schlüpften die ersten nördlichen Felsenpinguine, die in Südafrika geboren wurden. Denn Felspinguine – die im Englischen viel passender Rockhopper (also in etwa: Felsenhüpfer) genannt werden – sind gar nicht in Südafrika heimisch. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst zwei voneinander getrennte Bereiche subtropischer (südlich von Südamerika) und subantarktischer (südlich von Australien und Neuseeland) Inseln.

Die 13 Rockhopper in Kapstadts Two Oceans Aquarium sind gerettete Vögel. Teddy war einer der Ersten. Ihn fand man im Dezember 1999, seine Beine waren mit Draht zusammengebunden. „Wir gehen davon aus, dass er auf einem Schiff als ’Haustier’ gehalten und kurz vor der Ankunft in Kapstadt mit festgebundenen Beinen ins Meer geworfen wurde“, so Rutgers. Deshalb humple er heute. Als er ins Aquarium kam, war er ausgewachsen. „Wir schätzen, er ist jetzt um die 30 Jahre alt.“ Damit ist Teddy ein Greis – denn in der Wildnis werden Pinguine eher zehn bis 15 Jahre alt.

In Gefangenschaft werden sie wesentlich älter. Da schwimmen sie aber weniger, stehen also länger auf ihren Füßen – oft auch in ihrem eigenen Kot, erklärt Rutgers. So bilden sich bakterielle Entzündungen in den vielen kleinen Wunden an ihren Füßen, auch Sohlengeschwüre genannt. Die Tierpflegerin hebt Teddy hoch, legt ihn in Bauchlage auf den Unterarm. „Bei Teddy kann man das ganz gut sehen“, sagt sie und pellt den pinken Verband langsam von den Füßen. Auf der Sohle der viel benutzen Watschelfüßchen sieht man eine punktförmige Einkerbung.

Keine Probleme im Wasser

Teddy zuckt, als Rutgers sie leicht mit dem Finger berührt. „Es ist wie ein schmerzhafter, eitriger Pickel“, erklärt sie. Und wer kann schon auf eitrigen Pickeln laufen? Deshalb tragen Teddy und einige seiner Kumpels höheren Alters nun einen pinken Schutzverband.

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Rutgers legt den inzwischen gekonnt schnell an. Heute ist das Verbandzeug lila. „Seitdem das Video so erfolgreich war, gibt es bei uns keinen pinken Verband mehr zu bestellen“, sagt sie und lacht, stellt Teddy auf seine neu verpackten Füße und los geht es. Im Wasser tut nichts mehr weh. Rolle links, Rolle rechts, mit dem Schwänzchen wackeln und dann los – schnell wie der Blitz. Ein pinker Blitz, denn im Wasser ist auch ein 30-jähriger Pinguin-Greis noch ein richtiger Renner. dpa

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