Gesellschaft - Völlig isoliert soll eine Familie jahrelang auf einem niederländischen Hof gelebt haben Vater und Kinder waren Behörden unbekannt

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dpa
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Im Keller des Hofes in Ruinerwold soll eine Familie gehaust haben. © dpa

Amsterdam. Ungläubig und schockiert, so reagieren viele Niederländer auf die Entdeckung einer Familie in einem Dorf in der Provinz Drenthe. Neun Jahre lang sollen ein Vater und seine sechs mittlerweile erwachsenen Kinder völlig isoliert auf einem abgelegenen Bauernhof in Ruinerwold im Osten des Landes gehaust haben. Fragen und Antworten zum Thema.

Warum wohnte die Familie dort isoliert?

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Bisher gibt es keine Hinweise, dass die Familie dort gegen ihren Willen festgehalten wurde. Auf Fotos sind ein großer Gemüsegarten und eine Art Gewächshaus zu sehen. Die Familie habe auf das „Ende der Zeiten gewartet“, hatten niederländische Medien gemeldet. Das soll einer der Söhne zu Besuchern einer Dorfkneipe gesagt haben. Bestätigt wurde das bislang nicht. Der verwirrte 25-Jährige hatte in der Kneipe um Hilfe gebeten. So war schließlich seine Familie auf dem Hof auch entdeckt worden.

Warum hatte niemand die Kinder vermisst?

Die sechs Kinder waren 2010 zwischen neun und 16 Jahre alt und hätten zur Schule gehen müssen. Doch weder der Vater noch die Kinder waren bei den Behörden gemeldet. Das könnte erklären, warum niemand die Kinder vermisst hat.

Warum wurde ein Österreicher festgenommen?

Ein 58-jähriger Österreicher hatte den Hof gemietet, aber wohnte wahrscheinlich dort nicht. Er hat auch einen Schreiner-Betrieb im nahe gelegenen Meppel. Fast täglich, so erzählen Nachbarn, war er mit seinem Volvo gekommen und renovierte den Hof. Der Österreicher wohnt wohl schon seit Jahren in den Niederlanden. Er wurde vorläufig festgenommen, weil er nicht bei der polizeilichen Untersuchung helfen wollte. Er sitzt in U-Haft. Doch einen konkreten Verdacht gegen ihn hat die Polizei nicht.

Haben die Nachbarn nichts gemerkt?

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Die Nachbarn hatten den neuen Mieter freundlich begrüßt, erzählten sie im Fernsehen. Als er dort vor einigen Jahren auftauchte, hatten sie ihm Blumen und eine Flasche Wein gebracht. „Doch der reagierte total komisch“, erinnerte sich Nachbar John van Dijk. Er sei kurz angebunden gewesen: „Und dann ging das Hoftor auch immer schnell wieder zu.“ Etwas stimme nicht mit dem Hof, spürten die Nachbarn. „Wir dachten, dass es irgendetwas mit Drogen war, eine Haschplantage oder so“, sagte eine Frau. Ein paar Mal wollte auch die Polizei nach dem Rechten schauen. Doch die Beamten kehrten am verschlossenen Hoftor unverrichteter Dinge wieder um.

Und wie geht es nun weiter?

Vater und Kinder sind vorerst in einem Ferienpark untergebracht worden. „Sie werden versorgt“, sagte ein Sprecher der Polizei. „Was sie jetzt vor allem brauchen, ist Ruhe.“