Gericht - Prozess gegen 37-Jährigen gestartet

Vater gesteht Kindestötung

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dpa
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Regensburg/Schwarzach. Für die Kinder sah es wie ein Spiel aus: Ihr Vater gab sich als Polizist aus, der sie mit Kabelbindern fesseln müsse. Seinen achtjährigen Sohn soll er an den Händen festgebunden haben, seine sechsjährige Tochter auch noch an den Füßen. „Im Zeitpunkt der Fesselung ahnten die Kinder nicht, dass der Angeschuldigte sie töten würde“, schilderte der Oberstaatsanwalt zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Regensburg.

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Mord nach der Trennung

So soll der Angeklagte leichtes Spiel gehabt haben – laut Anklage zog er seinen Kindern eine Plastiktüte über den Kopf und klebte sie so fest, dass die Kleinen nicht mehr genug Sauerstoff bekamen. Dann soll er mit den Händen gegen ihren Hals gedrückt haben. Beide erstickten. Der 37-Jährige berichtete in einer schriftlichen Erklärung, die sein Anwalt vorlas, von einem Selbstmordversuch. Kurz danach stellte er sich der Polizei.

Der Oberstaatsanwalt wirft dem Mann zweifachen Mord vor. Er soll seine Tochter und seinen Sohn im Mai 2020 „aus egoistischem Macht- und Besitzwillen heraus“ getötet haben – nur damit die Kinder nicht bei seiner Ex-Freundin und dessen neuen Partner aufwachsen.

Zum Prozessauftakt in Regensburg beteuerte der 37-Jährige immer wieder die Liebe zu seiner Tochter und seinem Sohn. „Meine Kinder waren das Wichtigste in meinem Leben.“ Er könne sich selbst niemals verzeihen. „Ich weiß, dass ich eine lange Freiheitsstrafe verdient habe.“ Die Mutter soll wegen psychischer Probleme per Video vernommen werden. Das Urteil soll Mitte Mai fallen. dpa

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