Düsseldorf - Bei dem Großbrand im Flughafen starben 17 Menschen / Heute gilt der Airport als einer der sichersten der Welt

Trauriges Jubiläum – 25 Jahre nach der Feuerkatastrophe

Von 
Frank Christiansen
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Das Archivbild vom 11. Juli 1996 zeigt zwei Feuerwehrleute, die den mit giftigen Dioxin-Stäuben verseuchten Blumenladen am Düsseldorfer Flughafen inspizieren. © dpa

Düsseldorf. Eine gewaltige Feuerwalze frisst sich durch den Ankunftsbereich des Düsseldorfer Flughafens. 17 Menschen sterben, 88 werden verletzt. Die Opfer, darunter ein Kind, verbrennen oder ersticken. Feuerwehrleute finden die Toten in einer VIP-Lounge, auf der Toilette und in zwei Fahrstühlen, mit denen sie ahnungslos von den Parkdecks direkt ins Inferno gefahren waren. Am 11. April 1996 blieben die Uhren des Airports stehen.

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Gedenkraum für Angehörige

25 Jahre später, am Sonntag, werden die Fluggäste, Besucher und Mitarbeiter des Airports über eine Durchsage dazu eingeladen, für eine Gedenkminute an die Opfer innezuhalten. Um 15.31 Uhr soll das geschehen, um diese Uhrzeit ging 25 Jahre zuvor der erste Alarm bei der Flughafenfeuerwehr ein.

Ab dann wird der Gedenkraum des Flughafens an diesem Tag ausschließlich den Angehörigen der Opfer zur Verfügung stehen. Die Flughafenseelsorge bietet ihnen Gespräche und Begleitung an.

Das Datum markiert die bislang schwerste Brandkatastrophe auf einem deutschen Passagierflughafen. Mehr als 1000 Kräfte waren damals im Einsatz, um Leben zu retten. Der Schaden wird später auf rund eine Milliarde D-Mark beziffert – es ist der größte Brandschaden der Nachkriegszeit in Deutschland. Das dioxinverseuchte Zentrum des Flughafens muss abgerissen und neu gebaut werden.

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Als das Feuer 1996 nach einigen Stunden gelöscht ist und die Spurensicherung mit ihrer Arbeit beginnt, stoßen die Ermittler auf illegal verbaute brennbare Dämmstoffe, die maßgeblich zum Inferno beigetragen haben. Der Strafprozess am Düsseldorfer Landgericht bringt eine Liste von Fehlern und Mängeln ans Licht. 2001 wird das Verfahren ohne Schuldspruch gegen Zahlung von Geldauflagen eingestellt. Die angeklagten Manager, Schweißer, Architekten und Verantwortlichen von Flughafen und Feuerwehr bleiben damit straffrei.

Heute gilt der Airport mit seiner Ankunftshalle aus Glas und Stahl als einer der sichersten der Welt. Mehr als zehn Prozent der Baukosten wurden für den Brandschutz ausgegeben. Tausende Rauchmelder, Sprinklerköpfe und triebwerksgroße Entrauchungsanlagen wurden verbaut.

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Dennoch müssen vor sechs Jahren, am 24. März 2015, erneut trauernde Angehörige am Airport versorgt werden, brechen Eltern zusammen, die vom Tod ihrer Kinder erfahren. Der Germanwings-Flug 9525 landet nicht wie geplant in Düsseldorf, weil die Maschine in den Westalpen zerschellt ist.

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Sorge durch Corona

Im Jahr 2021 blicken die Mitarbeiter erneut sorgenvoll in die Zukunft, aber das hat mit Bränden und Abstürzen nichts zu tun: Die Corona-Pandemie hat den Airport in die tiefste wirtschaftliche Krise seit der Brandkatastrophe gerissen und ihm 2020 mit über 182 Millionen Euro einen gewaltigen Verlust beschwert. Es ist der erste Verlust seit 1997, als die Brandfolgen die Bilanz in die roten Zahlen zogen.

Die Zahl der Passagiere sank im vergangenen Jahr dramatisch um etwa 74 Prozent. Einsparungen und Stellenabbau sind angekündigt. Erst im Jahr 2025 erwarten die Verantwortlichen des Flughafens eine Rückkehr zum Niveau des Jahres 2019. dpa