Schiffsunglück - Schweden will Grabfrieden außer Kraft setzen Neues Gesetz für „Estonia“

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dpa
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Stockholm. Die schwedische Regierung hat einen Gesetzesvorschlag zur Änderung des Grabfriedens vorgelegt, der über der 1994 gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia“ verhängt worden ist. Nach den aufsehenerregenden Funden von Löchern im Schiffsrumpf schlägt die Regierung vor, eine Ausnahme vom strafbaren Verbot für Tauchgänge und andere Unterwasseraktivitäten am Wrack zuzulassen. Allerdings soll das nur unter der Bedingung möglich sein, wenn diese Arbeiten der Untersuchung des Schiffbruchs dienen. Das teilte Schwedens Innenminister Mikael Damberg am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm mit.

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Die „Estonia“ war 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der finnischen Südküste gesunken. Mit 852 Toten gilt der Untergang als die schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Weil viele der Toten nicht geborgen werden konnten, steht das Wrack als Ruhestätte unter Schutz und darf laut Grabfriedensgesetz nicht aufgesucht werden. dpa