Brauchtum - Traditionelle Wettervorhersage des berühmten Nagers in den USA dieses Mal ohne Zuschauer Murmeltier Phil grüßt virtuell

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dpa
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Al Dereume, Mitveranstalter beim Tag des Murmeltiers, hält „Punxsutawney Phil“ im Arm. Seit mehr als 100 Jahren sagt in dem US-Städtchen jedes Jahr am 2. Februar ein Murmeltier namens Phil das Wetter voraus. © dpa

Punxsutawney. Noch im vergangenen Jahr schien das kleine Städtchen Punxsutawney im US-Bundesstaat Pennsylvania ein Monopol auf den „Groundhog Day“ zu haben. Seit mehr als 100 Jahren sagt dort jedes Jahr am 2. Februar ein Murmeltier namens Phil das Wetter für die kommenden Wochen voraus: Sieht Phil seinen Schatten, dann dauert der Winter noch sechs Wochen an. Sieht er ihn nicht, gibt es einen frühen Frühling.

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Seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie aber scheint sich für viele Menschen weltweit fast jeder Tag wie ein Murmeltier-Tag anzufühlen. Dieselben Nachrichten, dieselben Wände und dieselben Menschen um einen herum – ähnlich wie in „Und täglich grüßt das Murmeltier“, dem Erfolgsfilm aus dem Jahr 1993, in dem Bill Murray als Wetteransager denselben Tag immer wieder neu erlebt.

Normalerweise viele Besucher

Die Pandemie bringt nun auch das Spektakel in Punxsutawney am kommenden Dienstag durcheinander. Normalerweise reisen jedes Jahr Zehntausende Zuschauer für die Veranstaltung in die Kleinstadt mit rund 6000 Einwohnern zwischen stoppeligen Maisfeldern.

Ihr Name geht auf amerikanische Ureinwohner zurück, wird etwa „Panksa-toa-ni“ ausgesprochen und von den Einheimischen liebevoll „Punxsy“ abgekürzt. Es gibt Feuerwerk, die Nationalhymne, Musik und Verköstigung. Geschäfte verkaufen Murmeltier-Souvenirs von T-Shirts über Lätzchen und Stofftiere bis Tassen. In diesem Jahr dürfen wegen der Pandemie keine Zuschauer dabei sein, das Spektakel wurde zusammengestrichen. Phil muss seine Vorhersage per Livestream (ab 12.30 Uhr MEZ) abgeben.

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Die Tradition, die 1887 am Gobbler’s Knob, einem Waldstück außerhalb von Punxsutawney, begründet wurde, soll angeblich auf deutsche und niederländische Einwanderer zurückgehen und wird inzwischen auch an Dutzenden anderen Orten in den USA begangen. Punxsutawney hat sich – auch dank des erfolgreichen Hollywood-Films, der dort spielt, allerdings im Bundesstaat Illinois gedreht wurde – inzwischen als Zentrum des Murmeltier-Spektakels etabliert. In dem Film wacht Bill Murray als Wetteransager Phil Connors jeden Morgen auf – und erlebt ein und denselben Tag immer wieder neu.

Der arrogante und zynische Phil merkt, dass er den Verlauf des Tages beeinflussen kann, und kämpft schließlich um die Liebe zu seiner Kollegin Rita (Andie MacDowell). Organisiert wird die Prognose in Punxsutawney jedes Jahr von den Mitgliedern des Groundhog-Clubs. Sie kümmern sich um das Murmeltier und seine Partnerin Phyllis, die in einem Gehege im Zentrum des Städtchens direkt neben der Stadtbücherei leben.

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Im vergangenen Jahr hatte Phil einen frühen Frühling vorhergesagt. Meteorologen deuten jedoch immer wieder darauf hin, dass das Murmeltier bislang nur mit etwa jeder dritten Prognose richtig lag. dpa