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Justiz - Freisprüche nach Einsturz werden überprüft

Kölner Archiv Fall für den BGH

Von 
dpa/red
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Karlsruhe/Köln. Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs mit zwei Toten ist bis heute beispiellos. Ob zwei Bauleiter zu Recht vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen wurden, prüft nun der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.

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Bei der Verhandlung am Mittwoch wird erneut die komplizierte Gemengelage in dem Fall deutlich. Das Landgericht Köln hatte die beiden Männer im Oktober 2018 freigesprochen, gleichzeitig in seiner Urteilsbegründung aber auf gravierende Fehler beim Bau einer U-Bahn-Haltestelle in unmittelbarer Nähe des Archivs verwiesen. Diese hätten, so die Richter, letztlich zum Einsturz am 3. März 2009 geführt.

Hätten die Bauleiter sorgfältiger sein müssen? Hellhörig werden müssen, nachdem es schon im Jahr 2005 Auffälligkeiten in einer 27 Meter tiefen Baugrube gegeben hatte? Hätten sie anders, besser und vor allem an übergeordnete Stellen kommunizieren müssen? Und hätten sie damit eine Untersuchung der Vorfälle in Gang setzen können, die die Katastrophe vier Jahre später hätte verhindern können?

Dieser Meinung ist die Vertreterin des Generalbundesanwaltes. Sie verweist auf eine angesichts der Warnzeichen an der Baugrube „gesteigerte Sorgfaltspflicht“, der die Bauleiter nicht nachgekommen seien und die die Vorinstanz nicht hinreichend berücksichtigt habe. Zu den am U-Bahn-Bau beteiligten Unternehmen zählte auch eine frühere Tochterfirma des Mannheimer Bilfinger-Konzerns. dpa/red

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