Statistik: Freitag, der 13. macht vielen Angst Immer mehr Menschen abergläubisch

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Hamburg. Statistiken belegen, dass an Freitagen, die auf einen 13. fallen, nicht mehr Unglücke geschehen als an anderen Tagen. Doch heute, in diesem Jahr nach dem 13. Februar schon zum zweiten Mal, mag das zwar das Verhalten der Menschen kaum beeinflussen. Doch nicht wenige dürften ein mulmiges Gefühl haben. Es soll aber sogar weiterhin auch Zeitgenossen geben, die ihre Wohnung nicht verlassen. Dies sind wohl eher Einzelfälle.

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Jedenfalls ist der Glaube an Vorzeichen - böse und gute -, meist Aberglaube genannt, unter den Deutschen inzwischen weiter verbreitet als noch vor einem Vierteljahrhundert. Bei einer Befragung von mehr als tausend Personen durch das Institut für Demoskopie in Allensbach im Jahr 2005 äußerten 42 Prozent, dass sie in einem vierblättrigen Kleeblatt ein positives Vorzeichen sehen. In den 1970er Jahren waren dies gerade mal 26 Prozent. 40 Prozent halten inzwischen den - meist zufälligen - Anblick einer Sternschnuppe für bedeutungsvoll, gegenüber 22 Prozent vor einem Vierteljahrhundert. Und dass man auf die Zahl 13 achten müsste, glaubten im Jahr 2005 immerhin 28 Prozent - in den 1970ern waren dies nur 17 Prozent.

Viele glauben an Schutzengel

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass sie in einer gefährlichen Situation von einem Engel beschützt wurden. Nach einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2005 glauben 66 Prozent der Deutschen an Schutzengel - zwei Prozent mehr als der Anteil derer, die an Gott glauben. In einem Text der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW, Berlin) 2007 zur allgemeinen "Renaissance der Engel" hieß es, die Gewissheit, dass jeder Mensch einen Schutzengel an seiner Seite hat, könne Sicherheit und Beruhigung schenken, auch hinsichtlich geliebter Menschen.

Der Frage nach Gründen des Glaubens an Übernatürliches widmet sich das Magazin für Psychologie und Hirnforschung "Gehirn & Geist" (Heidelberg) in seiner neuesten Ausgabe. Da heißt es etwa: "Menschen neigen zu der Vorstellung, gleichzeitige Ereignisse seien kausal miteinander verknüpft, obwohl sie in Wirklichkeit voneinander unabhängig sind". Wer zum Beispiel in verschiedenen Situationen Erfolge erlebt und anschließend merkt, dass er dabei immer dieselbe Jacke anhatte, hält diese möglicherweise bald für einen persönlichen Talisman - ohne nach natürlichen Ursachen zu suchen.

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Schon wenn Menschen ein- oder zweimal ein ähnliches zeitliches Zusammentreffen von zwei Ereignissen beobachten, nehmen sie eine ursächliche Verbindung an. Abergläubisches Verhalten entsteht so relativ schnell. Umgekehrt benötigt es viele Male des Nichtzusammentreffens, um einen Verdacht wieder zu zerstreuen. dpa