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Statistik - Experten von Anteil überrascht

Hohe Zahl an Corona-Toten im Jahr 2020

Von 
dpa
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30 136 Menschen starben 2020 an Corona als Hauptursache. © dpa

Wiesbaden. Wie hart hat die erste Welle Deutschland 2020 getroffen? Einer vorläufigen Auswertung der Todesursachenstatistik zufolge ist Covid-19 2020 bundesweit bei 36 291 Todesbescheinigungen als Erkrankung vermerkt worden. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, sind 30 136 Menschen an und 6155 Menschen mit dem Virus gestorben. „Insgesamt ist Deutschland im internationalen Vergleich relativ glimpflich durch die Corona-Pandemie gekommen“, sagte Sebastian Klüsener vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung.

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Den Daten zufolge, die ab dem Berichtszeitraum Januar 2020 erstmals monatlich veröffentlicht werden und bis zur vorliegenden Auswertung knapp 92 Prozent aller Sterbefälle umfassen, war das Virus in 83 Prozent der Fälle die Todesursache. In 17 Prozent war Covid-19 als Begleiterkrankung nicht ursächlich für den Tod. Für Klüsener ein überraschendes Ergebnis: „Der Anteil der Fälle, in denen Corona als Haupttodesursache angegeben wurde, ist schon erstaunlich hoch angesichts der Tatsache, dass viele der Betroffenen zusätzlich an schweren Erkrankungen gelitten haben.“

Er vermutet zum einen, dass Ärzte das Virus aufgrund der hohen Präsenz von Corona in der öffentlichen Wahrnehmung häufiger als Hauptursache angegeben haben könnten. Zum anderen erfolge die Erfassung und Codierung der Ursachen nach dem geltenden Standard der Weltgesundheitsorganisation. Für plötzlich neu auftretende häufige Erkrankungen mit noch ungeklärter Genese wie Covid-19 kommen Codes zum Einsatz, die bei der Erfassung des Grundleidens Priorität haben. Auch das könnte den überraschend hohen Anteil erklären, so Klüsener.

Insgesamt erfasst die Statistik 985 620 Verstorbene bundesweit. Die häufigste Todesursache waren Krankheiten des Kreislaufsystems. Tödlicher als das Virus waren Krebserkrankungen, Krankheiten des Atmungssystems, psychische und Verhaltensstörungen sowie Stoffwechselerkrankungen. dpa

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