Gesellschaft - Biografie über Letizia wühlt Spanien auf / Ist sie eine Gefahr für die Monarchie? Eine „Republicana“ im Königspalast

Von 
Emilio Rappold
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Königin Letizia bei einem Treffen mit Vertretern von Unicef. © dpa

Madrid. Beim Treffen mit Vertretern des UN-Kinderhilfswerks Unicef sah Letizia vor einigen Tagen trotz eines eleganten schwarzen Mantels nicht so gut aus wie sonst. Die Veröffentlichung einer unautorisierten Biografie über die Ehefrau von König Felipe VI. trug sicher nicht zum Wohlbefinden der 47-Jährigen bei. Das Buch „Letizia – La Reina impaciente“ (Die ungeduldige Königin) kommt der krisenerschütterten spanischen Monarchie alles andere als gelegen.

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Der angesehene Autor Leonardo Faccio lässt Letizia in keinem guten Licht erscheinen. Das Werk greift das offene Geheimnis auf, dass die damalige Journalistin Letizia Ortiz vor ihrer Verlobung mit dem damaligen Kronprinzen Felipe im Jahr 2003 eine „Republicana“ – also eine Befürworterin der Abschaffung der Monarchie – gewesen sei.

Das Buch beschreibt detail- und zitatreich, wie schwer der einst beruflich erfolgreichen, unabhängigen und meinungsstarken Frau aus dem nordspanischen Oviedo das Leben unter den strengen Palastregeln immer noch falle. Viele fragen sich, wie lange die „rebellische Königin“, wie Faccio sie nennt, das wohl noch aushalten mag. Spanien diskutiert seit längerem, ob Felipe mit seiner Damenwahl einen Fehler gemacht habe. Der dienstälteste Adelsexperte Spaniens hat keine Zweifel: Ja, sagt Jaime Peñafiel, der in der Biografie mehrfach zitiert wird. Der 87-Jährige sagt: „Entweder sie (Felipe und Letizia) lassen sich scheiden, oder sie (Letizia) bereitet der spanischen Monarchie ein Ende.“ dpa