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Interview - US-Schauspieler Vince Vaughn über seine Probleme in der Vergangenheit und wie er sie überwunden hat

„Bewusstsein ist der Schlüssel“

Von 
Rüdiger Sturm
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Essen. Komödienstar Vince Vaughn hat auch außerhalb seines Jobs Schlagzeilen gemacht – ob als Partner von Jennifer Aniston oder mit seinen Alkoholproblemen. Doch als der 51-Jährige zu der Horrorkomödie „Freaky“ (seit 24. Juni im Kino) Interviews gibt, scheint diese Berg- und Talfahrt vorbei. Er habe über sein Leben nachgedacht - in seine Denkprozesse gibt er nun Einblicke.

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Szene aus dem Film „Freaky“ mit Schauspieler Vince Vaughn – der als Serienmörder Blissfield Butcher die Schülerin Millie (Kathryn Newton) bedroht. © dpa

Herr Vaughn, „Freaky“, wo die Seele eines Mädchens in den Körper eines Mörders schlüpft, erzählt vom Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Was haben Sie vom anderen Geschlecht gelernt?

Vor allem Komödien

Vince Vaughns größte Kino-Erfolge sind vor allem Filmkomödien wie „Voll auf die Nüsse“ (2004), „Die Hochzeits-Crasher“ (2005) oder „Trennung mit Hindernissen“ (2006).

Bei den Dreharbeiten zu „Trennung mit Hindernissen“ im Sommer 2005 wurden Vaughn und seine Filmpartnerin Jennifer Aniston ein Paar, nachdem Aniston sich kurz zuvor von Ehemann und Schauspieler Brad Pitt getrennt hatte. Die Promi-Beziehung hielt bis Dezember 2006. ZRB

Vince Vaughn: Das kann ich gar nicht alles aufzählen. Ich lerne die ganze Zeit von ihnen – von meinen Schwestern, meiner Mutter, meiner Frau, meiner Tochter. Und von jeder auf andere Weise, wenngleich diese Erfahrungen alle einen gemeinsamen Nenner haben: Ich habe mehr über mich selbst herausgefunden. Und ich habe eine neue Perspektive auf das Leben bekommen.

Was ist die entscheidende Erkenntnis in Ihrem Leben?

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Vaughn: Es gibt nicht nur die eine entscheidende Erkenntnis, aber ganz wichtig ist Folgendes: Du kannst das Leben mit deinem Bewusstsein steuern. Auf diese Weise kannst du bestimmte Dinge anziehen und andere von dir fernhalten. Das alles hängt von deiner persönlichen Energie ab. Aber das muss man auch erst mal erkennen.

Vor ein paar Jahren hatten Sie massive Probleme mit Alkohol, wurden wegen Trunkenheit am Steuer sogar zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Vaughn: Es gibt eben Phasen im Leben, da ist man sich nicht so bewusst, was eigentlich mit einem los ist. Du hast so viel um die Ohren, ob beruflich oder privat, da reagierst du nur noch. Du musst Distanz gewinnen. Und wenn du das schaffst, dann begreifst du plötzlich: Ich habe ja viel mehr Kontrolle über mein Leben als ich dachte. Bewusstsein ist der Schlüssel.

Wie entwickelt man dieses Bewusstsein?

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Vaughn: Indem man sich selbst beobachtet. Und man muss sich auch annehmen, so wie man ist, in seinen ganzen Facetten. Es geht um Selbstakzeptanz. Aber dafür gibt es kein Patentrezept.

Viele Wege führen nach Rom. Wie sah Ihr Weg aus?

Vaughn: Ich habe mir die Zeit genommen, um sehr viel über mich und die Entscheidungen nachzudenken, die ich in meiner Vergangenheit getroffen habe. Und auch über deren Folgen. Aber gleichzeitig musst du auch vorausblicken. Du musst wissen, wo du dein Leben hinsteuern willst. Worin willst du deine Zeit und Energie investieren? Manchmal machen wir diese Hausaufgaben nicht und überspringen das. Aber ich kann das nicht empfehlen. Das Leben bietet dir viel mehr Erfüllung, wenn du mit dir selbst im Einklang bist, und das schaffst du nur durch Selbstreflexion.

Gehen Sie durch Ihre Erfahrungen bewusster an Ihre Projekte heran?

Vaughn: Ich weiß nicht, ob ich eine bestimmte Strategie verfolge. Die Komödien haben mir Spaß gemacht – so auch „Freaky“, weil es eine echte Herausforderung ist, Komödie und Horror unter einem Dach zu vereinen. Ich mag es, wenn ich mit Regisseuren zusammenarbeite, die eine ganz klare, starke Meinung vertreten. Und ich liebe Rollen, wo ich sozusagen das Gefühl habe, ich kann den Boden des Pools nicht mit den Füßen berühren. Das ist wirklich aufregend.

Ihre Figur in „Freaky“ haben Sie in einem Interview als „Einzelgänger“ beschrieben. Muss man zu so jemand werden, wenn man auf einem Weg der Selbstfindung ist?

Vaughn: Ich glaube einfach, man muss akzeptieren, dass man sich im Leben phasenweise alleine fühlt, ob physisch oder emotional. Und das ist okay. Wenn du älter wirst, begreifst du, dass du nicht mit jedermann auf Augenhöhe bist. Das ist okay. Dann baust du eben zu bestimmen Person keine Beziehung auf. Aber wenn du dann mit jemand ehrlich etwas teilen kannst, dann ist diese Verbindung wirklich authentisch. Und genau auf solche Erfahrungen kommt es an. Ich muss nicht immer mit allen einer Meinung sein.

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