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Gedenken - Ermordeter Reporter in Amsterdam aufgebahrt

Abschied von Journalist de Vries

Von 
dpa
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Viele Niederländer wollten Abschied von Peter R. de Vries nehmen. © dpa

Amsterdam. Am weißen Backsteingiebel des Amsterdamer Theater Carré hängt überlebensgroß ein Foto von Peter R. de Vries, lächelnd und doch kritisch. Darunter das Lebensmotto des Reporters: „Auf Knien kann man nicht frei sein.“ Der Journalist war vor gut zwei Wochen mitten in Amsterdam niedergeschossen worden, neun Tage später starb er. Nun ist sein Sarg im Theater aufgebahrt. Tausende erweisen ihm am Mittwoch die letzte Ehre.

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Mit Tränen in den Augen verlässt Rachel das Theater. „Das war sehr eindrucksvoll“, sagt die Frau. Auf dem Sarg steht ein Foto des Reporters, drumherum viele Blumen. „Peter hat viel für unser Land getan. Er ist ein Symbol für Ehrlichkeit und Gerechtigkeit.“

Stundenlang warten Menschen bei Hitze vor dem Theater. Die Schlange reicht weit über die Brücke hinaus, gut einen Kilometer lang. Aus dem ganzen Land sind Menschen gekommen. Don stammt aus dem Norden, rund 150 Kilometer entfernt. „Peter war ein rechtschaffener guter Mensch“, sagt er. Er hat seinen 13-jährigen Sohn David dabei. „Weil es wichtig ist, dass er sieht, dass es solche Menschen gibt.“

Hintergründe noch ungeklärt

Der Reporter war am 6. Juli in Amsterdam niedergeschossen worden, nachdem er ein TV-Studio verlassen hatte. Mindestens eine Kugel traf ihn in den Kopf. Neun Tage später erlag er seinen Verletzungen – er wurde 64 Jahre alt. Der Anschlag erschütterte das Land, auch international wurde er mit Bestürzung aufgenommen.

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Die beiden mutmaßlichen Täter, 35 und 21 Jahre alt, wurden gefasst. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie nur im Auftrag handelten. Auch wenn man bislang über die Hintergründe wenig weiß, deutet vieles darauf hin, dass das organisierte Verbrechen verantwortlich ist. Der Journalist war zuletzt Vertrauensperson des Kronzeugen im Prozess gegen eine Drogenbande. Zuvor waren der Bruder des Kronzeugen und sein Verteidiger ermordet worden. dpa

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