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Mit Finalsieg in Wimbledon stellt der Serbe die Bestmarke von Federer und Nadal ein / 34-Jähriger überdenkt Olympia-Start

Wimbledonsieg: Novak Djokovic bleibt hungrig

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dpa
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15 000 Zuschauer auf dem Centre Court von Wimbledon gratulieren Novak Djokovic zu seinem historischen Erfolg. © dpa

London. Dieser Wimbledonsieg schmeckte Novak Djokovic besonders süß, als er nach dem sechsten Triumph auf dem Londoner Rasen kauernd genüsslich auf einem ausgerissenen Grashalm kaute. Gemeinsam mit den 15 000 Fans auf dem legendären Centre Court feierte er nach dem 20. Grand-Slam-Titel stürmisch die Einstellung des ersehnten Rekordes von Roger Federer und Rafael Nadal. Und auch der Weg zum besten Tennisspieler der Geschichte ist nicht mehr weit.

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„Die letzten zehn Jahre waren eine unglaubliche Reise, die nicht hier endet“, sagte der Weltranglisten-Erste am Sonntag nach dem hart erkämpften 6:7 (4:7), 6:4, 6:4, 6:3 gegen den italienischen Final-Debütanten Matteo Berrettini im knapp dreieinhalbstündigen Endspiel. „Er ist jetzt in der Geschichte seines Sports, deswegen verdient er das gesamte Lob“, sagte Berrettini, der zwei Stunden vor dem EM-Endspiel von Italiens Fußballern gegen England in Wembley von „vielleicht zu vielen Gefühlen sprach, um damit zurechtzukommen“.

Mit dem Siegerpokal in der Hand würdigte Djokovic in wohl gewählten Worten seine langjährigen beiden Rivalen Federer und Nadal. „Sie sind Legenden unseres Sports. Sie sind die beiden wichtigsten Spieler, denen ich in meiner Karriere je gegenüberstand. Sie habe mir geholfen, zu verstehen, was ich verbessern muss, um jetzt hier zu stehen“, sagte Djokovic und prophezeite nach der Egalisierung ihrer Bestmarke: „Das heißt, dass keiner von uns aufhören wird.“ Djokovic fehlen nur noch zwei Schritte zu einer im Herren-Bereich einmaligen Großtat. Sollte der 34-Jährige in drei Wochen in Tokio Olympia-Gold holen und danach noch die US-Open-Trophäe abräumen, hätte er den Golden Slam geschafft. Das gelang bisher nur Steffi Graf 1988.

Golden Slam fraglich

Den sogenannten Grand Slam – den Gewinn der vier wichtigsten Turniere in einer Saison – schaffte zuletzt der Australier Rod Laver im Jahr 1969. „Ich werde es auf jeden Fall versuchen“, kündigte Djokovic an. Den Allzeit-Rekord hält mit 24 Grand-Slam-Titeln die Australierin Margaret Court. Allerdings stellte Djokovic seinen eigentlich fest geplanten Olympia-Start nach dem Ausschluss von Zuschauern und wegen der coronabedingten Einschränkungen am Sonntagabend wieder infrage.

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Ungewohnte Nervosität

Djokovic erkundigte sich nach seinem Triumph im Clubhaus bei Herzogin Kate höflich nach ihrem Tennis. Stunden zuvor wirkte er in seinem 30. Grand-Slam-Finale anfangs ungewöhnlich nervös, das ließ Berrettini aber zunächst ungestraft. Durch den Weltranglisten-Neunten war Italien erstmals in einem Einzel-Endspiel in Wimbledon vertreten, der letzte Grand-Slam-Titel bei den Herren liegt bereits 45 Jahre zurück. Es schien, als würde auch der 1,96 Meter lange Außenseiter in seinem bisher größten Match erst einmal mit sich selbst zu tun haben.

So hatte Djokovic beim 5:2 einen Satzball. Doch den vergab er genauso wie die Chance, beim 5:3 mit eigenem Aufschlag den Satz zu holen. Nun war auch Berrettini im Finale angekommen und gewann per Ass den Tiebreak. Doch die Nummer eins spielte nach dem ersten Rückstand seit dem Auftaktmatch ungerührt weiter, sein Kontrahent verfiel in die Fehler der Anfangsphase.

Einen Monat nach seinem Erfolg im Viertelfinal-Duell gegen Berrettini bei den French Open legte der Belgrader danach bei Sonne und Wolken auch im dritten Satz wieder das erste Break vor. Djokovic hielt diesen Vorsprung, weil er nun stark aufschlug, gewohnt gut verteidigte und attackierte, wenn es möglich war.

Einen Wahnsinns-Ballwechsel vor dem 3:3 im vierten Satz feierte Djokovic mit ausgestrecktem Zeigefinger und zum Applaus auffordernden Gesten ans Publikum. Das feuerte mit „Matteo, Matteo“-Rufen aber den wackelnden Außenseiter an, der Djokovic mit einem Doppelfehler das Break zum 4:3 schenkte. Daraufhin hallten „Nole, Nole“-Rufe über den Platz – der Spitzname von Novak Djokovic, der diesen Vorteil zur Entscheidung nutzte. 

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