Handball - Rhein-Neckar Löwen gewinnen Verfolgerduell bei den Füchsen Berlin mit 29:23 Unerwartetes Ausrufezeichen

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Marc Stevermüer
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Löwen-Torhüter Andreas Palicka erwischte beim Sieg in Berlin einen Sahnetag. © Sörli Binder

Berlin. Martin Schwalb strahlte. Und der Trainer der Rhein-Neckar Löwen sprach nicht nur über seine Mannschaft, er schwärmte vielmehr. Locker saß der 57-Jährige auf einer Werbebande und freute sich über das zuvor Gesehene. „Wir haben das sehr gut gemacht“, sagte er mit Blick auf das Ausrufezeichen, das sein Team gesetzt hatte. In der Handball-Bundesliga gewann der zweifache deutsche Meister nämlich das Spitzenspiel bei den Füchsen Berlin mit 29:23 (18:11).

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Eine Woche nach dem schwachen Auftritt bei der Niederlage in Göppingen kam solch eine Leistungsexplosion dann doch eher unerwartet, weshalb Kapitän Uwe Gensheimer von einem „immens wichtigen Sieg“ sprach. Denn in der Tat war der Erfolg ja nicht nur wertvoll mit Blick auf die Tabelle, sondern auch für das eigene Gefühl.

Berlin: Milosavljev, Genz – Vujovic (2), Marsenic (3), Lindberg ...

Berlin: Milosavljev, Genz – Vujovic (2), Marsenic (3), Lindberg (4/2) – Holm (1), Andersson (4), Wiede (3) – Gojun, Ernst, Michalczik (1), Chrintz, Matthes (2), Kopljar (1), Koch (1), Drux (1).

Löwen: Palicka, Katsigiannis (bei einem Siebenmeter) – Gensheimer (7/2), Kohlbacher (8), Groetzki (4) – Nilsson (4), Schmid (2), Lagergren (2) – Gislason (1), Abutovic, Kirkeløkke (1), Lagarde, Patrail (n.e.), Tollbring (n.e.), Ahouansou (n.e.), Nielsen (n.e.).

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider.

Zuschauer: keine.

Strafminuten: Gojun (2), Marsenic (2) – Gislason (2).

Beste Spieler: Milosavljev – Palicka, Kohlbacher, Schmid.

„Palicka war überragend“

Die Löwen erwischten einen absoluten Traumstart in die Begegnung – und das lag allen voran an Torwart Andreas Palicka, der gleich die ersten drei Berliner Abschlüsse parierte. Im Angriff schlossen die Badener zudem konsequent ab, über den Gegenstoß kamen sie zu einigen einfachen Treffern und zudem setzten die Löwen immer wieder Kreisläufer Jannik Kohlbacher in Szene. Nach 60 Minuten stand er bei acht Treffern und war bester Torschütze seines Teams, das in der Max-Schmeling-Halle ein 7:1 (9.) vorlegte. „Dieser Auftakt hat uns natürlich sehr geholfen“, freute sich Gensheimer.

Dass solch ein Vorsprung in dieser Saison bei den Löwen jedoch nur wenig zu bedeuten hat, erfuhren sie selbst schon ein paar Mal. Und in der Tat leistete sich das Schwalb-Team nach dem blendenden Start eine Schwächephase. Die zuvor so aufmerksame Abwehr gewann keine Bälle mehr, Palickas Paraden blieben kurzzeitig aus und in der Offensive war einiges Stückwerk – abgesehen von der Achse mit Spielmacher Andy Schmid und Kohlbacher. „Wir wussten, was da auf uns zukommt und wurden deshalb nicht überrascht“, rätselte der Berliner Sportvorstand Stefan Kretzschmar dennoch ein wenig, warum seine Mannschaft den Lenker auf der Mitte und seinen genialen Partner am Kreis zu keiner Zeit in den Griff bekam.

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Keine Frage: Das Duo rettete die Badener über die Zeit, beim 13:11 (24.) war Berlin aber längst wieder dran. „Wir haben die starken Eins-gegen-eins-Spieler der Füchse in dieser Phase nicht mehr so gut in den Griff bekommen wie zu Beginn der Partie“, analysierte Gensheimer.

Die Füchse hatten gleich dreimal die Chance, den Rückstand auf einen Treffer zu verkürzen. Doch Palicka vereitelte alle drei Möglichkeiten und gab seiner Mannschaft einen Schub für die Schlussphase des ersten Durchgangs, in der die Abwehr wieder viele Füchse-Ballverluste provozierte. Entsprechend kamen die Löwen über den Gegenstoß zu einer 18:11-Pausenführung. „Palicka hat überragend gehalten und die wirklich wichtigen Dinger weggenommen“, erkannte Füchse-Trainer Jaron Siewert die Gala-Vorstellung des Schweden an.

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Nach dem Seitenwechsel versäumten es die Badener zunächst, für ganz klare Verhältnisse zu sorgen. Ausgerechnet der ansonsten starke Kohlbacher leistete sich zwei Fehlwürfe, Berlin verkürzte auf 15:20 (41.). Doch näher kamen die Füchse einfach nicht heran, weil die Löwen ihnen wie schon über weite Strecken der ersten Halbzeit ihre Stärken nahmen. Der Pokalsieger von 2018 verteidigte als Kollektiv – und da auch der Rückzug stimmte, kam der Hauptstadt-Club weder in die erste oder zweite Welle noch gewannen die Individualisten Jakob Holm, Paul Drux und Lasse Andersson ihre Zweikämpfe. Die Füchse-Angreifer liefen sich immer wieder fest, weil insbesondere Ymir Gislason und Ilija Abutovic einen starken Job im Deckungszentrum machten.

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„Ich muss den Jungs ein Kompliment aussprechen“, sagte Schwalb, der mit den Löwen nicht am Dienstag in der European League bei HC Eurofram Pelister Bitola antreten muss. Die Reiserestriktionen verhindern einen Trip nach Nordmazedonien, den der Trainer trotz aller Strapazen aber sehr gerne auf sich genommen hätte. „Ich habe in Berlin ein paar Jungs nicht eingesetzt, denen hätte ich dann in Bitola eine Chance gegeben“, sagte Schwalb, der mit den Löwen in der European League auf Kurs ist. Die Finalrunde dieses Wettbewerbs findet vermutlich in Berlin statt, auch die Füchse sind noch dabei. „Ich glaube, wir sehen uns hier noch einmal wieder“, mutmaßte der Trainer. Und gegen einen ähnlichen Ausgang hätte er gewiss nichts einzuwenden.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/loewen

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