Fußball-Bundesliga - TSG muss aus höchster Heimniederlage ihrer Bundesliga-Geschichte schnell lernen TSG Hoffenheim hat Probleme mit der Favoritenrolle

Von 
Jürgen Berger
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Tristesse nach der Heimklatsche gegen Mainz: Hoffenheims Stürmer Andrej Kramaric verlässt frustriert den Rasen. Der Anschlusstreffer des Vize-Weltmeisters zum zwischenzeitlichen 1:3 war zu wenig. © dpa

Sinsheim. Nichts war’s mit dem erhofften Club-Rekord von sechs Bundesliga-Siegen in Serie. Beim 1:5 gegen den FSV Mainz 05 am Sonntag hagelte es für die TSG Hoffenheim sogar die bisher höchste Heimniederlage seit dem Erstliga-Aufstieg vor elf Jahren. Trainer Alfred Schreuder und seine Spieler kamen sich vor wie im falschen Film. So hatten sie sich dieses Duell, in das sie als klarer Favorit gegangen waren, nicht vorgestellt. „Ich bin aufs Video gespannt“, sagte Torhüter Oliver Baumann mit Blick auf die schmerzhafte Aufarbeitung. Die Fakten liegen auf dem Tisch.

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„Wenn die defensive Disziplin und die Pass-Sicherheit fehlen, wird es schwer für uns. Das sind die Dinge, die uns in den vergangenen Wochen stark gemacht haben“, erklärte Schreuder. Er hätte auch noch die diesmal fehlende Effizienz im Abschluss und die mangelhafte Konter-Absicherung ansprechen können. Baustellen gab es genug. Doch der Trainer wollte bei seiner ersten Analyse nicht zu sehr in die Tiefe gehen. „Wir werden das Spiel besprechen, es abhaken und dann an Düsseldorf denken“, sagte der Niederländer und betonte: „Ich werde jetzt nicht die Ruhe verlieren - es war nur ein Match. Diese Schlappe bekommen wir sicher aus den Köpfen der Spieler.“

Deutliche Worte

Schreuder wird auch nach dem Rückschlag seinen Weg weiter konsequent weitergehen - und gegenüber seiner Mannschaft intern auch die unangenehmen Wahrheiten ansprechen. Der aus seiner Sicht entscheidende Grund für den blamablen Auftritt war die durch den Höhenflug veränderte Rollenverteilung. „Es ist eine neue Situation für die Jungs. Sie sind es nicht gewohnt, dass sie immer Favorit sind. Sie sind nicht gut damit umgegangen und waren nervös“, erläuterte Schreuder, ehe er den Finger in die offene Wunde legte: „Mit 90 Prozent kannst du kein Spiel gewinnen. Die letzten beiden Gegentreffer hätten nicht passieren dürfen.“

Und auch der mögliche Club-Rekord wirkte sich mental bei den TSG-Protagonisten aus. „Wir hätten etwas Großes schaffen können, vielleicht war das in unseren Köpfen. Wir sind selbst schuld“, räumte Baumann ein. Nach kurzer Denkpause ergänzte der Torhüter, der sein 200. Bundesliga-Spiel in keiner guten Erinnerung behalten wird: „Vielleicht kommt diese Klatsche ja zum richtigen Zeitpunkt.“ Die Hoffenheimer Profis zeigten die richtige Reaktion auf den Nackenschlag und suchten keine Ausreden.

Düsseldorf nächster Gegner

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„Wir haben richtig auf die Fresse bekommen“, gestand Sebastian Rudy, der wie sein Mittelfeld-Kollege Florian Grillitsch die aggressive Zweikampfführung der Mainzer zu spüren bekam. Der Nationalspieler betonte aber auch: „Lieber einmal einen abkriegen, um im nächsten Spiel wieder zu tausend Prozent zu wissen, was uns in den vergangenen Wochen stark gemacht hat.“

Die nächste Chance, es wieder besser zu machen, gibt es am Samstag (15.30 Uhr) wieder in der eigenen Arena. Dann geht es gegen Fortuna Düsseldorf - und die TSG ist wieder Favorit. Schreuder baut in diesem Duell vor allem auf Andrej Kramaric, der nach seiner Einwechslung den einzigen TSG-Treffer erzielte. „Er ist sehr wichtig für die anderen Jungs“, betonte der Trainer die Führungsposition des Torjägers, der nach seinen Kniebeschwerden nur zwei Mal mit der Mannschaft trainiert hatte.

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Schreuder hofft außerdem auf die Rückkehr von Sargis Adamyan nach seiner Oberschenkelverletzung. Gegen Mainz wäre ein Einsatz des armenischen Offensiv-Wirblers noch „zu riskant“ gewesen.

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Redaktion Sportredakteur