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Olympia - Schon vor dem Start der Spiele ist das Coronavirus im Athletendorf angekommen / Südafrikanische Fußballer und Betreuer positiv getestet

Tokio-Macher immer mehr in Bedrängnis

Von 
dpa
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Immer mehr Sportler treffen im Olympischen Dorf ein. Die Spiele in Tokio werden am 23. Juli eröffnet. © dpa

Tokio. Die ersten Corona-Fälle bei Athleten im olympischen Dorf bringen die Tokio-Macher schon vor der Eröffnungsfeier noch mehr in Bedrängnis. Zwei südafrikanische Fußballer und ein Betreuer des Teams wurden am letzten Wochenende vor dem Start der Sommerspiele positiv auf das Virus getestet. Eilig verkündete IOC-Olympiadirektor Christophe Dubi: „Wir halten das Risiko minimal, aber es ist unvermeidlich, dass wir einige Fälle haben.“ Zudem musste das Internationale Olympische Komitee auch einen positiven Test beim südkoreanischen IOC-Mitglied Seung-Min Ryu, Olympiasieger im Tischtennis in Peking 2004, bei der Einreise in Japan bestätigen.

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Mit gemischten Gefühlen wurde die deutsche Olympia-Mannschaft am Frankfurter Flughafen offiziell nach Tokio verabschiedet. „Unser aller Auftrag ist es, unsere Athleten bestmöglich dorthin zu bringen und – toi toi toi – spätestens am 9. August alle aus dem Team D gesund wieder hierher zurück. Das zählt so viel wie die eine oder andere Medaille mehr“, sagte Alfons Hörmann, der Delegationsleiter und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), am Sonntag kurz vor dem Flug LH716 mit 84 Teammitgliedern.

Die Zahl der festgestellten Neuinfektionen im Umfeld von Olympia stieg am Sonntag um zehn auf offiziell 55 Fälle seit dem 1. Juli. „Wir glauben, dass wir die Lage im Griff haben“, sagte Hidemasa Nakamura, der Leiter der zuständigen Abteilung des Organisationskomitees der Tokio-Spiele. Für den Großraum Tokio gilt während des gesamten Olympia-Zeitraums zum vierten Mal der Corona-Notstand, die Infektionszahlen in der Metropole stiegen zuletzt auf den höchsten Tagesstand seit einem halben Jahr.

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Von
Sibylle Dornseiff
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Besonders hart treffen die Organisatoren die Fälle im olympischen Dorf, in dem auch schon deutsche Sportler wohnen. IOC-Präsident Thomas Bach hatte noch vor wenigen Tagen beteuert, vom Dorf mit seinen tausenden Bewohnern gehe „null Risiko“ aus. Olympiadirektor Dubi bekräftigte am Sonntag, es handle sich dort um die „am meisten kontrollierte Bevölkerungsgruppe der Welt“. Als die neu Infizierten im Dorf wurden am Sonntag die Fußballer Thabiso Monyane und Kamohelo Mahlatsi sowie Video-Analyst Mario Masha von Südafrikas Olympischem Komitee bestätigt. Alle drei Betroffenen seien nun in Quarantäne. Alle anderen Mitglieder des Fußball-Teams seien zweimal negativ getestet worden. Zudem kämpfen die Südafrikaner mit einem Corona-Ausbruch bei ihrem Rugby-Team. Ein weiterer ausländischer Athlet war am Sonntag schon bei der Einreise positiv auf das Virus getestet worden. Das britische Olympia-Team teilte am Sonntag mit, dass sechs Sportler und zwei Mitarbeiter als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Auf ihrem Flug nach Tokio hatte es einen Corona-Infizierten gegeben. IOC-Mitglied Ryu befinde sich in Selbst-Isolation, hieß es. „Die Maßnahmen werden umgesetzt und sie funktionieren“, hatte IOC-Chef Bach bereits am Samstag versichert.

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Kurz zuvor hatte der Corona-Fall eines im olympischen Dorf wohnenden Betreuers, der später als der südafrikanische Fußball-Videoanalyst identifiziert wurde, für Aufsehen gesorgt. „Wir tun alles, um sicherzustellen, dass es keinen größeren Corona-Ausbruch gibt“, sagte Organisationschefin Seiko Hashimoto. Nachdem der Funktionär bei der Einreise noch ein negatives Ergebnis erhalten hatte, stellte ein weiterer Test das Coronavirus fest.

„Lassen nichts unversucht“

Eigentlich hatten die Gastgeber der Spiele mit einem strikten Regelwerk verhindern wollen, dass Infektionen im Dorf auftreten. „Wir lassen nichts unversucht“, beteuerte Hashimoto. „Wenn wir doch einen Ausbruch haben, werden wir einen Plan haben, um zu reagieren“, fügte Japans Rekord-Olympionikin hinzu. Olympia in Tokio findet unter strikten Vorgaben für alle Beteiligten statt. dpa

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