Geburtstag - Früherer Tennis-Star Andre Agassi wird an diesem Mittwoch 50 Jahre alt / Karriere mit zahlreichen Höhen und Tiefen Titelsammler, Rebell, Ehemann

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dpa
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Rare Momente: Anders als im Juni 2011 zeigen sich Andre Agassi und seine Ehefrau, die in Brühl geborene Steffi Graf, nur selten in der Öffentlichkeit. © Imago (2)/Dpa

Las Vegas. Auf der Reise nach Wimbledon kam Andre Agassi eine Idee, mit der er Steffi Graf für sich gewann. Er hatte schon ein gemeinsames Training anfragen lassen, aber erst einmal eine Absage bekommen. Er hatte Rosen geschickt, sie nicht reagiert. Jahre zuvor hatte er vergeblich auf einen Tanz beim Championsdinner gehofft.

Geburtstag Andre Agassi wird 50 Jahre

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Nun bastelte Agassi aus der Speisekarte im Flugzeug einen Geburtstagsgruß. Ein Schritt, aus dem sich nach zwei gescheiterten Ehen 1999 eine Vorzeige-Beziehung entwickelt. Die Liebe zu Graf ist ein Kapitel, das zur faszinierenden, facettenreichen und turbulenten Geschichte von Agassi gehört. An diesem Mittwoch wird der amerikanische Tennis-Star 50 Jahre alt.

„Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe, dass er noch 50 weitere Jahre vor sich hat“, sagte Alexander Zverev. Der 23-Jährige gehört zu denen, die vom extravaganten Tennis-Popstar verzückt waren. „Ich war immer ein riesiger Agassi-Fan, habe früher auch dieses Piratentuch von ihm getragen.“ Für Agassis letzten Gegner Benjamin Becker waren die Jeanshosen „absoluter Kult“, er spielte Agassi oft an der Hauswand nach.

Doch das Tennis-Lager war gespalten. Andere konnten mit Agassi wenig anfangen, etwa sein langjähriger Rivale Boris Becker. „Ich konnte deine zerrissenen Jeans, deine langen gefärbten Haare und deine Ohrringe nicht ernst nehmen“, schrieb der 52-Jährige aus Leimen jüngst in der „Bild am Sonntag“.

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Das Leben von Agassi ist ein Leben voller Kontraste. Er war Tennis-Paradiesvogel und Werbefigur, lebt heute als zweifacher Familienvater und Wohltäter zurückgezogen in Las Vegas. Er hasste Tennis und aß Fastfood, wurde aber zu einem der erfolgreichsten Profis aller Zeiten. Aus seiner einst wilden Mähne wurde noch zu aktiven Zeiten eine Glatze.

Einzel-Olympiasieger 1996

„Um mich zu begreifen, muss man sich den Druck vorstellen können, unter dem ich schon als kleiner Junge stand“, sagte Agassi vor Jahren der „Süddeutschen Zeitung“. „Bei uns zu Hause war die Stimmung davon abhängig, ob ich gut oder schlecht trainierte, ob ich gewann oder verlor.“ Sein Vater war aus Teheran in die USA ausgewandert, Sohn Andre sollte den amerikanischen Traum erfüllen.

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Er wurde bekannt für seine beidhändige Rückhand, seine Returns und Passierbälle, holte acht Grand-Slam-Titel, gewann 60 Turniere, drei Mal den Davis Cup, Einzel-Olympiagold 1996 in Atlanta und stand in 30 weiteren Finals. Das Endspiel 1990 bei den French Open verlor er gegen Andres Gomez aus Ecuador, weil er sich Gedanken darüber gemacht hatte, ob er sein mit 20 Haarnadeln festgeklammertes Haarteil verliert.

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„Du hast dein Image gepflegt und agiert, als sei dir wichtiger, wie du bei den anderen ankommst und nicht, wie du wirklich bist. Das war mir suspekt“, schreibt Becker. Später lachten sie auf dem Oktoberfest über ihre erbitterte Rivalität.

Bei allen Erfolgen hatte Agassis Karriere auch Tiefpunkte. 1997 nahm er Crystal Meth. Nur ein schamloser Brief an die ATP und eine Lüge habe eine Dopingsperre verhindert, beichtete er in seiner Autobiografie „Open“. Agassi war auf Weltranglistenplatz 141 abgestürzt und am Boden, kämpfte sich zurück und wurde erfolgreicher als zuvor. Insgesamt führte er 101 Wochen die Weltrangliste an.

Benjamin Becker letzter Gegner

Finalgegner bei seinem letzten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open 2003 war Rainer Schüttler. Als sein Rücken so sehr schmerzte, dass er sich beim Aufstehen nicht wie ein 36-Jähriger, sondern wie ein 96-Jähriger fühlte, wie er selbst beschrieb, trat Agassi bei den US Open 2006 zurück. Sein letzter Kontrahent in der dritten Runde war US-Open-Debütant Benjamin Becker.

„Ein Traum von mir war, noch einmal gegen Agassi zu spielen. Dass es so passiert ist, war natürlich gigantisch“, erinnerte der damals klare Außenseiter sich. Schnell sei er vom Platz geeilt, habe sich den Abschied seines Idols versteckt im Gang angeschaut. „Mir war es ein bisschen peinlich, dass er gegen mich verloren hat. Ich habe mich damit nicht so richtig abfinden können, dass es gegen mich war und nicht gegen einen Andy Roddick oder gegen einen Größeren.“ dpa

Info: Fotostrecke unter: morgenweb.de/sport

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