Fußball - Stuttgarter 2:5 in Leverkusen facht Debatte um Handregel an Schon wieder Video-Wut

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dpa
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Sasa Kalajdzic (rechts) zeigt es an: Der Arm des Leverkuseners Timothy Fosu-Mensah spielte den Ball über Schulterhöher, doch es gab keinen Strafstoß. © dpa

Leverkusen/Stuttgart. In der Führung des Vereins bekämpfen sich die Verantwortlichen des VfB Stuttgart weiter gegenseitig. Auf dem Platz fühlt sich der Fußball-Bundesligist dagegen einmal mehr von außen schlecht behandelt. Sven Mislintat räumte nach dem 2:5 (0:2) bei Bayer Leverkusen zwar ein, dass der Aufsteiger die vielleicht schlechteste erste Halbzeit in dieser Saison gespielt habe. Doch sein Ärger richtete sich am Tag danach vor allem gegen den Unparteiischen Sven Jablonski und die Bundesliga-Schiedsrichter im Allgemeinen.

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Im Moment fühle es sich so an, „dass wir krass benachteiligt worden sind im Verlaufe der letzten Wochen“, sagte Mislintat am Sonntag. „Der Ball muss auf dem Punkt liegen für einen Elfmeter zum möglichen 2:2. Dann haben wir ein ganz anderes Spiel.“

Direkt vor dem Leverkusener 3:1 durch Leon Bailey (56. Minute) hatte VfB-Doppeltorschütze Sasa Kalajdzic (50., 77.) Timothy Fosu-Mensah im Strafraum klar an die Hand geschossen, die der Bayer-Verteidiger in Kopfhöhe hielt. Jablonski ließ jedoch weiterspielen und schaute sich die Szene danach auch nicht mehr an. Mislintat sah darin eine „krasse Fehlentscheidung“, der ehemalige Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer sah es in seiner Kolumne in der „Bild am Sonntag“ auch so.

Schon bei einigen Partien zuvor sei der VfB nicht objektiv behandelt worden, meinte Mislintat. Gerade bei Schiedsrichterentscheidungen zu möglichen Handspielen im Strafraum gebe es häufig „keine Stringenz“. Klarste Definitionen zu Regelverstößen würden von den Schiedsrichtern nicht eingehalten. Auch Trainer Pellegrino Matarazzo hatte schon unmittelbar nach dem Abpfiff in der ARD-Sportschau darüber geschimpft, dass bei möglichen Handspielen angeblich unterschiedlich geurteilt würde. Auf das Dilemma der Regel wies auch Bayer-Trainer Peter Bosz hin: „Wir müssen an die Regel ran“, sagte er.

Klar verbessert nach der Pause

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Aus Sicht der Stuttgarter war es nach der Leverkusener 2:0-Führung durch Kerem Demirbay (18., 31.) bitter, dass sie nicht die Elfmeter-Chance zum 2:2 bekamen. Denn nach der Pause traten die Gäste klar verbessert auf, leisteten sich weniger Fehler und setzten Bayer phasenweise unter Druck.

Besonders Stürmer Kalajdzic zeigte nach seiner Einwechslung (22.) für den wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel nun erst einmal ausfallenden Nicolas González, wie wichtig er für den VfB ist. Als er auf 2:1 verkürzte, schlenzte er den Ball gekonnt über Bayer-Torhüter Lukas Hradecky hinweg ins Tor (50.). Bei seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 4:2 zirkelte er eine Flanke von Erik Thommy mit Wucht ins Tor (77.). Das war gegen die spielerisch überlegenen Gastgeber, deren weitere Tore Florian Wirtz zum 4:1 (68.) und Neuzugang Demarai Gray zum 5:2-Endstand (84.) erzielten, jedoch zu wenig. „Der Sieg der Leverkusener geht in Ordnung, wenn man die beiden Spielhälften betrachtet“, sagte Kalajdzic. dpa