Fußball - 36 Vereine besprechen am Dienstag das weitere Vorgehen / Werder Bremen ruft zu Solidarität untereinander auf Proficlubs beraten über Corona-Krise

Von 
Eric Dobias, Jan Mies
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Wann Werder Bremen (Kevin Vogt, l.) und Eintracht Frankfurt (Andre Silva) ihr Nachholspiel bestreiten, ist wie vieles in der Bundesliga noch völlig unklar. © Imago

Frankfurt. Die erste virtuelle Mitgliederversammlung in der Geschichte der Deutschen Fußball Liga (DFL) hat existenziellen Charakter. Wenn sich an diesem Dienstag die Bosse der 36 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga mit DFL-Chef Christian Seifert wegen der Corona-Pandemie zusammenschalten, geht es um nichts weniger als die Bewältigung der größten Krise im deutschen Fußball seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei der Tagung werden die Vereine die empfohlene Aussetzung des Spielbetriebs bis zum 30. April beschließen. Viel wichtiger als dieser formelle Akt sind aber andere Kernpunkte.

Spielbetrieb

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Sollte die Saison wie erhofft zu Ende gespielt werden können, wird dies nur ohne Zuschauer möglich sein. „Bundesliga mit Publikum und Fans wird mit das Letzte sein, was wir wieder öffnen“, sagte FDP-Chef Christian Lindner am Montag und bekräftigte die Vorgabe der Politik.

Bleiben nur Geisterspiele. Plan A sieht vor, dass die neun Spieltage und das Nachholspiel Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt ab dem frühestmöglichen Termin in englischen Wochen abgewickelt werden. Der DFB-Pokal könnte im Juni zu Ende gespielt werden.

Aufgrund der ständigen Reisen wären die Profis einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Die Erkrankung einzelner Spieler würde eine Quarantäne für die gesamte Mannschaft nach sich ziehen.

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Daher gibt es einen Plan B, der eine Austragung der 82 Bundesligaspiele alle zwei Tage an vier Standorten vorsieht. Im Raum steht auch eine Ausdehnung der Saison in den Sommer, die Uefa-Boss Aleksander Ceferin ins Spiel gebracht hat.

Finanzen

Rund 750 Millionen Euro würden die 36 Clubs bei einem Saison-Abbruch verlieren. Alle Vereine haben daher eine von der DFL geforderte Bestandsaufnahme gemacht. Anhand der aktuellen Kennzahlen ergibt sich ein Gesamtbild, wo die finanzielle Not am größten ist. „Die Liga wird Programme auflegen, die diesen Vereinen helfen“, äußerte Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic. „Vor allem in der Zweiten Liga sehe ich große Probleme.“

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Zu erörtern ist, ob der Verteilerschlüssel für TV-Gelder verändert wird. „Es wird definitiv weniger Geld im Umlauf sein. Das alles kann man nur solidarisch lösen“, sagte Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry.

Lizenzierung

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Davon berührt ist auch das Lizenzierungsverfahren. Die Vereine haben ihre Unterlagen schon vor dem Ausbruch der Pandemie eingereicht. Die DFL wird auf dieser Grundlage prüfen und entscheiden. „Alles andere würde die DFL administrativ auch überfordern“, sagte Filbry.

Solidarität

Letztlich geht es auch darum, dass sich der Fußball in der Krise als Einheit präsentiert. Dass dies nicht leicht fällt, zeigt das Beispiel des Trainings. Während 15 Bundesligisten Spieler zu Hause beschäftigen, wird beim FC Augsburg, VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund in Kleingruppen auf dem Vereinsgelände trainiert. Dies hatte zu Kritik geführt. dpa