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Fußball

Positiv – und trotzdem positiv

DFB-Frauen müssen im Halbfinale coronabedingt auf Klara Bühl verzichten, strahlen aber dennoch viel Selbstbewusstsein aus.

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dpa
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Stürmerin Klara Bühl fällt wegen einer Corona-Infektion aus, macht ihren Teamkolleginnen aber dennoch Mut. © Sebastian Gollnow/dpa

Milton Keynes. Den coronabedingten Ausfall von Stürmerin Klara Bühl einen Tag vor dem EM-Halbfinale gegen Frankreich müssen die deutschen Fußballerinnen erstmal wegstecken. Aber die 21-Jährige vom FC Bayern München tat sich am Dienstag gleich als Mutmacherin hervor. „Positiv und trotzdem positiv!“, schrieb Bühl in einer ersten Reaktion in den sozialen Medien und kündigte für Mittwoch (21 Uhr MESZ/ZDF) an: „Mein Team wird (...) das Stadion zum Feiern bringen und euch mit großartigem Fußball begeistern!“ Das große Ziel der DFB-Frauen heißt Wembley.

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Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hat allerdings auch besorgt auf den Ausfall von Bühl reagiert. „Es ist erstmal so, dass wir den Gedanken wegkriegen müssen, ob Klara die einzige ist. Wir müssen vorbereitet sein, dass wir doch noch auf eine Situation reagieren müssen“, sagte die 54-Jährige bei der Abschlusspressekonferenz am Dienstagabend in Milton Keynes und betonte: „Erstmal ist es das Allerwichtigste, dass es Klara sehr, sehr gut geht, dass sie kaum Symptome hat.“ Die Mannschaft würde dies noch mal „einen Ticken zusammenschweißen“, sagte Voss-Tecklenburg. Die Nachricht habe „uns alle schon erstmal stiller gemacht. Wir sehen das als nächste Herausforderung an und werden versuchen, im Turnier zu bleiben, um Klara ein bisschen Freude zu bereiten.“

In der Vorrunde hatte es bereits Bundesliga-Torschützenkönigin Lea Schüller (ebenfalls Bayern) erwischt. Ihr Fehlen wurde von Spielführerin Alexandra Popp vom VfL Wolfsburg mit bisher vier Treffern eindrucksvoll aufgefangen. Schüller saß schon beim 2:0 gegen Österreich wieder auf der Bank und gehört auch diesmal zum Kader.

Das „Schwarz-Rot-Gold – all in!“ im Kreis vor dem Anpfiff soll dennoch nicht zum letzten Mal bei dieser EM ertönen. Und nach dem Spiel soll es wieder Freudentänze zum Rednex-Evergreen „Cotton Eye Joe“ geben. „Es muss erst mal jemand kommen, der uns besiegt“, sagte Vize-Kapitänin Svenja Huth nach vier Auftritten ohne Gegentor der DFB-Frauen in England. „Unsere Reise ist noch nicht zu Ende.“

Der Rekord-Europameister fordert die international noch titellosen Les Bleues, wenn es um den Einzug ins Endspiel am kommenden Sonntag in Londons legendärer Arena geht. „Natürlich gibt es nichts Schöneres als ein EM-Finale in England, im Wembley-Stadion zu spielen“, sagte Martina Voss-Tecklenburg.

Die Bundestrainerin erinnerte dieser Tage daran, dass ihr Team dort ja schon einmal vor großer Kulisse auflaufen durfte: 2019 gewannen die DFB-Frauen ein Testspiel gegen England vor fast 78 000 Zuschauern mit 2:1 nach Toren von Popp und – Bühl.

„Morgen wird ganz viel an uns liegen und an dem, was wir zulassen“, sagte Voss-Tecklenburg. Die 54-Jährige sprach von einer „Top-Mannschaft“, „aber wir haben auch gesehen, wo sie verwundbar sind.“ Es werde Mentalität brauchen – „und es wird wehtun. Wir sind bereit und werden alles reinwerfen, was wir haben – es wird ein Top-Halbfinale.“

Die Französinnen kommen mit dem mühsamen, wenn auch hochverdienten 1:0 nach Verlängerung gegen die Niederlande – und mit zwei Tagen weniger Vorbereitung. „Das tut Kopf und Beinen gut“, sagte die zweifache Turniertorschützin Lina Magull zum Durchatmen am Wochenende. Seit Sonntag sind die Spielerinnen jedoch komplett im Frankreich-Modus.

In Milton Keynes soll der „EM-Zauber“ (Popp) nicht verfliegen. Der achtfache Europameister, Weltmeister von 2003 und 2007 und Olympiasieger von 2016 kann nach drei turnierlosen Jahren und mitreißenden Auftritten bei der EM einen Coup landen. Mit einem Schmunzeln erinnerte die Wolfsburger Flügelflitzerin Huth an einen Spruch ihres früheren Interims-Nationalcoaches: „Wie Horst Hrubesch immer gesagt hat: Jetzt macht es auch keinen Sinn mehr zu verlieren.“

Torhüterin Merle Frohms hat „mega Bock auf Wembley. Aber wir wissen, dass es noch ein weiter Weg ist.“ Man habe gerade „eine Weltklasse-Mannschaft, „die zu vielem in der Lage ist.“ Und die Abwehrstärke sei auch ein Zeichen an andere Mannschaften, „dass es schon viel braucht, gegen uns ein Tor zu schießen.“ dpa

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