Eishockey - Mannheimer lassen beim 3:4 gegen Augsburg Schnelligkeit vermissen / Am Sonntag gegen Straubing Steigerung nötig Pause bringt Adler aus dem Rhythmus

Von 
Jan Kotulla
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Ben Smith (l.) und Matthias Plachta (r.) machten gegen Augsburg mit Marco Sternheimer nach dem Rückstand ordentlich Dampf. © Pix

Mannheim. Diese Niederlage kam fast mit Ansage. Bereits die beiden vorherigen Duelle mit den Augsburger Panthern waren knapp (4:3 n. V. und 2:1). Adler-Trainer Pavel Gross hatte vor einer „engen Kiste“ gewarnt – und dennoch kassierte der Spitzenreiter der Südgruppe der Deutschen Eishockey Liga ein 3:4 nach Verlängerung. Zusätzlich zu diesem Rückschlag droht ein weiterer längerer Ausfall: Nachdem Augsburgs Daniel Kristo in der 45. Minute unglücklich auf das Knie von Brendan Shinnimin gefallen war, musste der Adler-Stürmer in die Kabine begleitet werden.

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Wie in solchen Fällen üblich, hielten sich die Adler mit Meldungen über die Schwere der Verletzung zurück, solange nicht sämtliche Untersuchungen abgeschlossen sind. „Wir wissen noch nicht genau, was es ist. Klar ist aber, dass er mehr als ein paar Tage ausfallen wird“, sagte Sportmanager Jan-Axel Alavaara dieser Redaktion. Dabei waren gegen die Panther Verteidiger Sinan Akdag und Torjäger Matthias Plachta nach Verletzungspausen gerade erst zurückgekehrt.

Plachta war sehr präsent, übernahm sofort Verantwortung, trieb nach dem 0:3-Rückstand sich und seine Kollegen nach vorn. So bereitete der 29-Jährige an der Seite von David Wolf das 1:3 sehenswert vor, als er, statt selbst abzuziehen, die Panther-Abwehr narrte und für Ben Smith querlegte (31.). Und nachdem Valentino Klos auf 2:3 verkürzt hatte (43.), war es Plachta, dessen Schuss Augsburgs Torhüter Markus Keller nicht festhalten konnte, so dass erneut Smith zur Stelle war – 3:3 (59.).

„Mit ,Wolfi‘ ist es blindes Verständnis. Das hilft mir natürlich, wenn wir uns so gut verstehen auf dem Eis. Das hat mir bei meiner Rückkehr noch mal einen unglaublichen Boost gegeben“, nahm sich Plachta trotz seiner starken Leistung zurück, lobte lieber seine Nebenleute: „,Smitti‘ ist ein unglaublicher Center, den Pavel bei uns reingeschmissen hat. Das hat auf Anhieb gut funktioniert. Wir harmonieren, und es macht einen Riesen-Spaß, mit zwei so guten Spielern zusammenzuspielen. Das hat es mir leichter gemacht, zurückzukommen.“ Dass es dennoch nicht zu drei Punkten reichte, ärgerte Plachta natürlich: „Es war nicht akzeptabel, dass wir 0:3 zurückgelegen haben.“

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Vor allem mit der Entstehung der ersten beiden Gegentreffer war auch Pavel Gross nicht zufrieden. „Wir haben es nicht geschafft, mit der langen Pause seit dem München-Spiel klarzukommen, sondern waren oft einen Schritt zu spät. Die ersten zwei Tore sind ein ganz klarer Beweis dafür“, sagte der Coach. Die Treffer seien nach dem gleichen Muster gefallen. „ Das war jeweils ein Schuss, der entweder nicht gehalten wird oder nicht direkt auf’s Tor kommt, aber der Gegner hat zwei Mal den Rebound, den Nachschuss. Aber das ist unser Haus, und das sollte uns nicht passieren“, erklärte Gross. Er forderte: „Wir müssen aus den Fehlern lernen und besser aus der Kabine kommen beim nächsten Mal.“ Das ist am Sonntag, wenn die Straubing Tigers ab 14.30 Uhr in der SAP Arena antreten. Die jüngste Partie gegen die Bayern ging mit 1:2 verloren.

Stewart wird Falken-Coach

Zu viele Niederlagen sind der Grund, weshalb Adler-Scout Bill Stewart (Bild) einen neuen Job hat. Der 63-Jährige wird Trainer des Kooperationspartners Heilbronner Falken. Das Zweitliga-Schlusslicht hatte sich von Coach Michel Zeiter getrennt. „Die Anfrage kam von Heilbronn. Wir wollen natürlich unserem Kooperationspartner helfen“, erklärte Adler-Manager Alavaara, wie die Zusammenarbeit zustande kam.

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Stewart feierte mit den Adlern 2001 den Meistertitel und blieb mit den Mannheimern auch nach seiner Trennung 2004 in Verbindung. Im Dezember 2017 sprang er erneut als Coach ein, führte die Adler ins DEL-Halbfinale gegen München. Die Zweite Liga kennt er unter anderem durch seine Zeit als Trainer der Dresdner Eislöwen (2016). (Bild: dpa)

Redaktion Sportredakteur