Gelb-Drohung

Niederlande verzichtet auf «One Love»-Kapitänsbinde

Der niederländische Kapitän Virgil van Dijk wird bei der WM auf die «One Love»-Armbinde verzichten. Das teilte der Verband KNVB mit. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei eine offizielle Drohung des Weltverbandes FIFA, das jeder mit der Binde auflaufende Spieler mit einer Gelben Karte bestraft werde.

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dpa
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Die spezielle Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt wird bei der WM nun doch nicht getragen. © Sebastian Gollnow

Doha. «Dass die FIFA uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet», hieß es von der KNVB. «Wir stehen zur 'One Love'-Botschaft und werden diese weiter verbreiten, aber unsere oberste Priorität ist es, Spiele zu gewinnen. Da möchte man nicht, dass der Kapitän das Spiel mit einer Gelben Karte beginnt.»

Bereits am Vortag hatte van Dijk angekündigt, das Risiko einer Gelben Karte für das Tragen der Binde möglicherweise nicht eingehen zu wollen. Die KNVB bedauerte, dass es zu keiner gemeinsamen Lösung gekommen sei. Man werde in den kommenden Monaten einen «kritischen Blick auf unsere Beziehung zur FIFA» werfen.

Die Elftal geht mit Debütant Andries Noppert im Tor in ihr erstes Spiel der WM in Katar. Der 28-Jährige vom SC Heerenveen erhält von Bondscoach Louis van Gaal den Vorzug vor Justin Bijlow und Remko Pasveer. Van Gaal hatte bis zuletzt ein Geheimnis um seine Torwart-Wahl gemacht. In der Innenverteidigung kommt Bayern-Profi Matthijs de Ligt etwas überraschend in der Startelf zum Einsatz. Neben Frenkie de Jong soll im Mittelfeld Steven Berghuis für kreative Momente im Al-Thumama-Stadion von Doha sorgen.

Beim Afrikameister steht der frühere Bundesliga-Profi Ismail Jakobs im Kader. Erst kurz vor Spielbeginn entschied der Weltverband FIFA, den Nationalitätenwechsel des gebürtigen Kölners zu genehmigen. Der Außenverteidiger wurde für die Startelf noch nicht berücksichtigt. Für den verletzten Superstar Sadio Mané kommt Krepin Diatta erwartungsgemäß auf dem linken Flügel zum Einsatz.

© dpa-infocom, dpa:221121-99-600868/3

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