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Bundesliga

Nicht-Zauberer Marco Rose verwandelt RB Leipzig

Der Leipziger Debütant Rose schafft eine wundersame Wandlung, ein «Zauberer» sei er aber nicht, betont er. Rose weckt bei RB alte Spielfreude - doch die wird schon sehr bald auf die Probe gestellt.

Von 
Frank Kastner
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Leipzigs Trainer Marco Rose bedankt sich bei den Zuschauern. © Jan Woitas

Leipzig. Fußball kann so einfach sein. Keine zwei Tage hat Marco Rose gebraucht, um den arg strauchelnden Pokalsieger RB Leipzig zu früherer Leichtigkeit zu führen - und das Selbstverständnis vor dem Champions-League-Kracher gegen Real Madrid zumindest wieder in die richtige Richtung zu lenken.

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Das mühelose 3:0 (2:0) gegen ein allerdings schwaches Borussia Dortmund sei der «erste Schritt» gewesen, sagte der gebürtige Leipziger nach seinem gelungenen Debüt. «Wenn die Treppe hoch ist, den zweiten zu gehen, das ist immer schwierig, aber das ist die Aufgabe.»

Die RB-Profis trauen sich wieder was

Zwar könnte diese Treppe am 14. September (21.00 Uhr/DAZN) in der spanischen Hauptstadt beim Königsklassen-Titelverteidiger höher kaum sein. Aber dank Rose, der auf seine Youngster aus der Salzburger Schule setzt, trauen sich die RB-Profis wieder was. «Es gibt kein besseres Ergebnis als ein 3:0 gegen Dortmund, um nach Madrid zu reisen», sagte Nationalspieler David Raum bei Sport1. Die Mannschaft tue das nicht mit der Angst, dort zu verlieren oder unter die Räder zu kommen.

«Wenn Intensität und Mentalität da sind, dann kommt auch die individuelle Qualität im Kader zum Tragen. Dann geht das im Fußball so schnell, dass man das Gefühl hat, dass eine andere Mannschaft auf dem Platz steht», erklärte Raum den Auftritt gegen den BVB. Das lässt tief blicken auf die vergangenen Wochen mit Roses Vorgänger Domenico Tedesco. «Wir stehen bei RB für eine gewisse Spielweise, das haben die Jungs im Tank, sie wissen, wie es geht, wie es funktioniert, sie haben es alle schon gemacht», sagte Rose, der passenderweise am 11. September seinen 46. Geburtstag feierte.

Rose: «Ich habe keine Hand aufgelegt»

Es klingt einfach - die Frage bleibt, wie nachhaltig der Umschwung ist. Nach zwei Trainerwechseln innerhalb kurzer Zeit nahm Rose, wie auch Club-Boss Oliver Mintzlaff, das Team in die Pflicht. «In erster Linie sind es Profis, ich habe schon gespürt, dass es ihnen auf den Sack ging, keine Ergebnisse zu haben», sagte der Trainer. Die Galavorstellung gegen seinen Ex-Club sollen sie «richtig abspeichern». Er sei «kein Zauberer», sagte Rose. «Ich habe keine Hand aufgelegt.»

Dass Roses früherer Gladbacher Spezi Max Eberl demnächst als Sportchef in Leipzig unterschreiben soll, ist längst kein Geheimnis mehr. «Jetzt sind wir an einem Punkt, dass wir wollen, dass Max möchte, und ich in den nächsten Tagen die Gespräche mit Herrn Schippers aus Gladbach führe, dann gucken wir, ob wir zusammenkommen», sagte Mintzlaff am Sonntag beim TV-Sender Bild. Trainer Rose, Sportchef Eberl - das klingt nach möglicher Kontinuität.

Aggressivität und Laufbereitschaft

Das Spielsystem hatte Rose am Samstag abgeändert, Leipzig spielte im kompakten 4-2-3-1. Und Rose setzte voll auf den genialen Emil Forsberg. Kurios: RB hatte im Vergleich zu den 70 bis 80 Prozent unter Tedesco diesmal nur 45 Prozent Ballbesitz.

«Der Fußball passte sehr gut zur Mannschaft. Wir haben davor auch keine andere Sportart gespielt», sagte Xaver Schlager, der als ehemaliger Salzburger Profi unter Rose sofort in der Startelf stand. «Die Art passt zu mir, es sind einfache Sachen, viel Aggressivität, Laufbereitschaft, die Grundtugenden. Dabei darf man Fehler machen, aber die Basics müssen da sein.»

Szoboszlai, der als 16-Jähriger in Salzburg schon unter Rose spielte, traf in der 45. Minute aus 23 Metern. Sein Nationalmannschaftskollege Willi Orban (6.) hatte RB in Führung gebracht, der nächste ehemalige Salzburger Amadou Haidara (84.) traf nach seiner Einwechslung zum Endstand.

Für Roses Nachfolger beim BVB, Edin Terzic, war es «sehr bitter». Der Vizemeister hatte nur einen hochkarätigen Torschuss im Spiel: Der Volleyschuss von Anthony Modeste (63.) aus 17 Metern ging jedoch weit drüber. «Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt, nur fünf oder sechs Minuten reichen hier in Leipzig nicht, um was mitzunehmen. Leipzig hat nichts zugelassen», meinte Terzic, der einst Roses Vorgesetzter als Technischer Direktor war.

© dpa-infocom, dpa:220911-99-715123/4

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