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Halbfinale - Spanien verarbeitet das unglückliche Scheitern

Morata im Netz übel attackiert

Von 
dpa
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Erst bejubelte Àlvaro Morata das 1:1, dann verschoss er im Elfmeterkrimi. © dpa

London. Stolz und fürsorglich tröstete Luis Enrique seinen weinenden Jungstar Pedri, die ausgelassen jubelnden Italiener umarmte er anerkennend mit einem Lächeln. Nach dem bitteren EM-Aus im Elfmeterschießen vor Zehntausenden Fans im Londoner Wembley-Stadion zeigte der spanische Nationaltrainer am Dienstagabend wahre Größe. Anders als jene, die versteckt in der Distanz der Sozialen Medien den entscheidenden spanischen Fehlschützen Álvaro Morata und dessen Familie noch in der Nacht übel attackierten.

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Die italienische Ehefrau des Stürmers von Juventus Turin, Alice Campello, machte einen Teil davon öffentlich. „Ehrlicherweise leide ich wirklich unter keiner dieser Nachrichten“, schrieb sie unter die „beschämenden und inakzeptablen“ Beiträge. „Ich denke aber, wenn das einer zerbrechlicheren Frau passieren würde, wäre es ein Problem.“ Morata selbst, der schon nach dem für ihn unglücklichen Turnierbeginn mit ausgelassenen Torchancen von Beleidigungen und Drohungen berichtet hatte, äußerte sich zunächst nicht.

Zusammen mit seinen Teamkollegen trat er nach dem 2:4 im Elfmeterschießen enttäuscht die Heimreise an. Das große Finale an diesem Sonntag wieder im Londoner Fußball-Tempel spielen andere. „Im Sport müssen wir lernen, wie man gewinnt, und lernen, wie man eine Niederlage hinnimmt. Deshalb möchte ich Italien gratulieren“, sagte Luis Enrique. Noch am Abend stand er mit über dem Kopf applaudierenden Händen vor den mitgereisten Fans, die nicht pfiffen oder schrien, sondern feierten.

Spanien hatte gegen Italien die beste Turnierleistung gezeigt. Leipzigs Dani Olmo glänzte gegen die italienische Innenverteidigung, der erst 18 Jahre alte Pedri zeigte, warum er in seiner Heimat als großes Versprechen für die Zukunft gilt. Zeitweise erinnerten die langen Ballbesitz-Phasen an die Goldene Generation, die mit den EM-Titeln 2008 und 2012 sowie dem WM-Triumph 2010 den Weltfußball dominiert hatte.

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„Wir reisen nach Hause nach Spanien in dem Wissen, dass wir eindeutig zu den besten Teams des Kontinents gehören“, sagte Luis Enrique. In der Heimat schrieb die Zeitung „Sport“: „Ein Traum platzt, die Zukunft beginnt.“ dpa

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