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Corona - Politiker erwarten Einlenken der UEFA

Kritik an viel zu vollen Rängen

Von 
dpa
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Bis zu 45 000 Fans sahen das Achtelfinale in Wembley. © dpa

München. Angesichts der Corona-Gefahr durch die Delta-Variante hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die UEFA wegen der hohen Zuschauerzahlen bei der Fußball-Europameisterschaft scharf kritisiert. Die Entscheidungen der UEFA seien „null nachzuvollziehen“, sagte Söder am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München. „Das, was die UEFA jetzt macht, ist für mich nicht akzeptabel, dass einfach irgendwelche Zuschauerzahlen so imaginär erhöht werden, ohne Sinn und Zweck, dass dann sozusagen durch ganz Europa hier die Möglichkeit von Verbreitung besteht.“

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Das sei „nicht sinnvoll“, und es widerspreche dem Grundcharakter der EM, kritisierte der CSU-Vorsitzende, nämlich „eine EM mit Freude und Vorsicht zugleich und eine EM mit gutem Gewissen“ zu haben. Als Fan könnte man sich zwar ärgern, dass die Zuschauerzahlen einseitig erhöht worden seien. Das werde die deutsche Mannschaft wohl eher anspornen. Infektiologisch aber sei dies nicht nachvollziehbar, kritisierte er.

Bis zu 45 000 Fans waren am Dienstagabend zugelassen. Für die Halbfinals und das Endspiel sollen sogar 60 000 Zuschauer in das Wembley-Stadion dürfen. Weil die Corona-Zahlen durch die Delta-Variante zuletzt in Großbritannien wieder stiegen, ist der Schritt umstritten.

Zuvor hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) gesagt, Zehntausende Zuschauer im Stadion seien „unverantwortlich“. In der „Süddeutschen Zeitung“ appellierte Seehofer an die Europäische Fußball-Union UEFA und die britische Regierung, Zuschauerzahlen „deutlich nach unten zu korrigieren“.

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Dass die Partien überhaupt in London ausgetragen werden sollen, bezeichnete der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann als „eigentlich nicht zu verantworten“. Dies ginge „nur mit harter Einhaltung der Regeln und der Abstände“, sagte der 73-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die UEFA und der Deutsche Fußball-Bund müssten „dringend dafür sorgen, dass die Regeln eingehalten werden. Der Plan, jetzt noch mehr Leute in die Stadien zu lassen, wie in Wembley, ist unverfroren“, sagte der Grünen-Politiker. Manche bisherigen Bilder vermittelten den Eindruck, dass die Pandemie vorbei sei. „Das ist ein absolut falsches Signal“, sagte Kretschmann. Spiele in vollen Stadien und Zuschauer ohne Abstand oder Masken könnten zum Superspreader-Event werden. „Dieser Leichtsinn macht mich fassungslos“, sagte Kretschmann.

Auch EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas mahnte die UEFA zu Vorsicht. Der Verband müsse eine Entscheidung über ein EM-Halbfinale und EM-Finale in einem stark gefüllten Stadion in Wembley sorgfältig abwägen, sagte er. Er erinnerte daran, dass Großbritannien die Reisemöglichkeiten seiner Bürger einschränke und es eine „gewisse Symmetrie“ bei diesen Entscheidungen brauche. 

Thema : Fussball-EM 2021

  • Sport Auf Rüge folgt Bitte um Verzeihung

    Der ehemalige Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bleibt nach einer Entschuldigung TV-Experte der ARD. Das bestätigte der öffentlich-rechtliche Sender am Freitag. „In den vergangenen Tagen haben umfangreiche Gespräche zwischen der ARD und Bastian Schweinsteiger stattgefunden“, hieß es dazu in einer Mitteilung. Dabei habe Schweinsteiger „erklärt, es tue ihm leid, dass durch seine Social-Media-Aktivitäten während der Halbzeit-Pause der Übertragung vom Viertelfinal-Spiel England – Ukraine im Ersten der Eindruck entstanden ist, er vermische seine Tätigkeit als ARD-Experte mit Werbung für Sponsoren. Dies sei so von ihm nicht beabsichtigt gewesen.“ Zuvor hatte das Erste den Auftritt Schweinsteigers bei der TV-Übertragung von der Europameisterschaft und das Absetzen eines Tweets mit Werbebotschaft zwei Wochen lang geprüft. Mehrfach hatte der bei der EM federführende WDR erklärt, dass er Schweinsteiger und sein Management „um eine Stellungnahme zu dem Vorfall“ gebeten habe. Post mit Schleichwerbung {element} Zudem hatte der Sender nach eigenen Angaben dem ehemaligen Profi „sehr deutlich gemacht, dass die ARD gemäß ihrer Richtlinien keine Form von Schleichwerbung und nicht kenntlich gemachter Produktplatzierung ihrer Protagonisten duldet“. Er hatte „in der Halbzeitpause ohne unsere Kenntnis bei Social Media einen Post im Rahmen einer bezahlten Werbepartnerschaft“ veröffentlicht, wie der WDR schrieb. {furtherread} Auf Schweinsteigers Account war ein Beitrag mit zwei Bildern zu sehen, eines davon ein Ausschnitt, auf dem die Uhr an seinem Handgelenk im Mittelpunkt stand. Diese war bei der TV-Übertragung auch deutlich zu sehen war. Zudem gab es einen Link zum Hersteller, für die er seit 2019 als Markenbotschafter tätig ist. Beide Seiten sind sich „einig, dass Bastian Schweinsteiger alles dafür tun wird, damit sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt“, hieß es seitens der ARD. „Über den genauen Inhalt der Gespräche wurde Vertraulichkeit vereinbart.“ Der Fußball-Weltmeister von 2014 arbeitet seit 2020 für das Erste. dpa

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  • Sport Emotionale Botschaft

    Nach der Niederlage der englischen Nationalmannschaft im EM-Finale gegen Italien wird in Großbritannien heftig über Rassismus debattiert. Im Zentrum stehen mehrere prominente Fußball-Profis, die der Regierung teils schwere Vorwürfe machen. Hintergrund sind rassistische Anfeindungen im Internet gegen die Nationalspieler Marcus Rashford, Bukayo Saka und Jadon Sancho, die bei der 2:3-Niederlage im Elfmeterschießen am Sonntagabend nicht getroffen hatten. In Manchester wurde auch ein Wandgemälde mit dem Porträt Rashfords mit rassistischen Parolen beschmiert. Verteidiger Tyrone Mings machte die britische Innenministerin Priti Patel indirekt für die aufgeheizte Stimmung gegen die Spieler verantwortlich. „Man kann nicht zu Beginn des Turniers das Feuer schüren, in dem man unsere Anti-Rassismus-Botschaft als „Symbolpolitik“ bezeichnet & dann vorgeben, angeekelt zu sein, wenn genau das passiert, gegen das wir uns einsetzen“, schrieb der 28 Jahre alte Mings auf Twitter. {element} Patel hatte wie auch Premierminister Boris Johnson den Rassismus deutlich verurteilt und sich „angeekelt“ gezeigt. Doch das nahmen ihr Mings und andere Kritiker nicht ab. Hintergrund ist, dass die konservative Politikerin in der Vergangenheit immer wieder Verständnis für Fans erkennen ließ, die ihre Mannschaft für das Niederknien vor Spielen ausbuhten. {furtherread} Mit der Geste wollten die Fußballer ein Zeichen gegen Rassismus setzen. Sie stammt aus der „Black Lives Matter“-Bewegung. Die haben Johnson und sein Kabinett aber als ideologischen Feind ausgemacht. Das Stichwort heißt „war on woke“ – es geht darum, die Empörung in Teilen der Bevölkerung über die angeblich übertriebene Rücksichtnahme auf ethnische und andere Minderheiten politisch auszuschlachten. Patel im Fokus Nach Ansicht von Politik-Experten will die Regierung damit ihre wackelige Wählerkoalition aus Brexit-Befürwortern vom rechten und linken politischen Spektrum zusammenhalten, wenn der EU-Austritt an Zugkraft verliert. Auch der Premier hatte es sorgsam vermieden, die Geste gutzuheißen. Er glaube nicht an Symbolpolitik, sagte er dem konservativen Radiosender LBC Anfang des Monats. Patel äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Überhaupt war die Zurückhaltung in der Downing Street am Dienstag auffällig. Von politischer Seite stellte sich lediglich Finanzstaatssekretär Steve Barclay hinter die Innenministerin. „Sie hat rassistische Beleidigungen im Internet durchgehend verurteilt“, sagte Barclay dem Nachrichtensender Sky News. Außerdem sei sie selbst bereits Opfer rassistischer Anfeindungen geworden. Patel hat indisch-ugandische Wurzeln, gründete ihre politische Karriere aber auf dem Ruf, eine harte Linie gegen illegale Einwanderung zu verfolgen. Womöglich ahnt die Regierung, dass sie in der Auseinandersetzung mit den populären Fußballstars den Kürzeren ziehen könnte. Rashford hatte die Johnson-Regierung bereits im vergangenen Jahr mit seiner Kampagne für kostenlose Schulmahlzeiten für finanziell schwache Familien während des Schul-Lockdowns und der Ferien vor sich hergetrieben. In einer emotionalen Botschaft meldete er sich zu der Beschmutzung seines Porträts zu Wort. „Ich kann mir Kritik an meiner Leistung den ganzen Tag lang anhören, mein Elfmeter war nicht gut genug, er hätte reingehen sollen, aber ich werde mich niemals dafür entschuldigen, wer ich bin und wo ich herkomme“, schrieb der 23-Jährige. Er bedankte sich aber auch für große Unterstützung. Die Schmierereien waren am Dienstag rasch mit Hunderten positiven Botschaften überklebt worden. „Die Botschaften, die ich heute erhalten habe, waren geradezu überwältigend, die Antwort in Withington hat mich den Tränen nahe gebracht“, schrieb Rashford weiter. Wegen seines Fehlschusses fühle er sich, als habe er seine Teamkollegen im Stich gelassen und frage sich seitdem immer wieder, warum er nicht getroffen habe. Sein Statement schloss er mit den Worten: „Ich bin Marcus Rashford, 23 Jahre alt, schwarzer Mann aus Withington und Wythenshawe, South Manchester. Wenn ich nichts anderes habe, habe ich dies. Für alle freundlichen Nachrichten, danke. Ich werde stärker zurückkommen. Wir werden stärker zurückkommen. MR10.“ Gefahr für Johnson Für Johnson sind die jungen Fußballer womöglich gefährlicher als die Opposition im Parlament. Der Premier inszenierte sich während des Turniers als Fußball-Fan, ließ sich bei Luftsprüngen vor dem Fernseher filmen und posierte auf einer gigantischen England-Fahne in der Downing Street. Die Begeisterung nahm ihm zwar nicht einmal die erzkonservative Zeitschrift „The Spectator“ so richtig ab, doch zeitweise sah es so aus, als könne er von dem Fußball-Märchen der englischen Mannschaft profitieren. Doch damit ist es nun vorbei. Wann der Premier die Mannschaft zu einer Ehrung für ihre Leistung bei der EM im Regierungssitz empfangen werde, konnte ein Sprecher am Dienstag nicht beantworten. dpa

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  • Sport Die beste Elf der EM

    Fünf Spieler des neuen Titelträgers Italien und drei Profis von Finalverlierer England sind Teil des „Teams des Turniers“ bei der seit Sonntag beendeten Fußball-Europameisterschaft. Torhüter und Finalheld Gianluigi Donnarumma als Spieler des Turniers wurde von der Europäischen Fußball-Union am Dienstag genauso in die Elf berufen wie die beiden Verteidiger Leonardo Bonucci und Leonardo Spinazzola sowie Mittelfeldmann Jorginho und Angreifer Federico Chiesa. Für England sind die beiden Abwehrspieler Kyle Walker und Harry Maguire in der von der UEFA als „Team des Turniers“ bezeichneten Mannschaft vertreten, zudem Stürmer Raheem Sterling. Keine DFB-Spieler dabei {element} Von den beiden im Halbfinale ausgeschiedenen Teams Spanien und Dänemark schaffte es jeweils ein Profi in die Elf des Turniers: der 18 Jahre junge Pedri aus dem Team der Iberer, Ex-Bayern-Profi Pierre Emile Höjbjerg für die Dänen. Belgiens Angreifer Romelu Lukaku schaffte es als einziger Spieler, der nicht im Halbfinale stand, in die Auswahl. Spieler des DFB-Teams sind nicht vertreten, auch Torschützenkönig Cristiano Ronaldo aus Portugal ist nicht dabei. {furtherread} Die Elf des Turniers in der Übersicht: Donnarumma (Italien) - Walker (England), Bonucci (Italien), Maguire (England), Spinazzola (Italien) - Höjbjerg (Dänemark), Jorginho (Italien), Pedri (Spanien) - Chiesa (Italien), Lukaku (Belgien), Sterling (England). dpa

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