Serie A

Juventus trotzig nach 15-Punkte-Abzug: Königsklasse möglich

Nach dem XXL-Punktabzug will Juve in den Trotzmodus schalten. Die Königsklasse bleibe das Ziel, heißt es aus Turin. Ungemach droht auch von der UEFA.

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dpa
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Juventus-Trainer Massimiliano Allegri peilt trotz des Punktabzugs die Qualifikation für die Königsklasse an. © Alessandro Garofalo

Rom. Juventus Turin glaubt trotz des Abzugs von 15 Punkten in der laufenden Serie-A-Saison an eine erneute Qualifikation für die Champions League. Der italienische Fußball-Rekordmeister setzt auf eine sportliche Reaktion nach dem Urteil des Verbandssportgerichts wegen Bilanzfälschung.

«Wir brauchen einen außergewöhnlichen Lauf, aber ich habe die Rechnung schon gemacht», sagte Coach Massimiliano Allegri vor der Ligapartie gegen Atalanta Bergamo. Die Turiner haben nach dem 3:3 (2:1) gegen Bergamo 14 Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze und 27 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Neapel.

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«Juventus ist wie ein Drachen mit sieben Köpfen», schrieb Kapitän Leonardo Bonucci bei Instagram. «Wenn ihm einer abgeschnitten wird, dann erscheint immer ein neuer. Niemals aufgeben!» Der neue Vereinspräsident Gianluca Ferrero forderte Spieler und Trainer auf, sportlich ihren Job zu erledigen, während die Clubführung vor Gericht kämpfe. Zum neuen Fußballchef rückte innerhalb des Clubs Francesco Calvo auf, wie Juventus am Sonntag vor dem Spiel gegen Bergamo mitteilte.

Juventus will «vor Gericht kämpfen»

Die Turiner wollen das oberste Sportgericht des Italienischen Olympischen Komitees Coni anrufen. Sie hoffen, dass dieses den Fall zur erneuten Prüfung an die Gerichte des Fußballverbandes FIGC zurückgebe und der Punktabzug danach aufgehoben werde. Juve war bestraft worden, weil es die Richter als erwiesen ansahen, dass der Verein durch fingierte Marktbewertungen seiner Spieler die Club-Bilanzen beschönigt habe. Der einstige Serienchampion streitet dies ab.

Juventus droht indes auch Ungemach von der UEFA: Der europäische Kontinentalverband prüft derzeit ebenfalls die Finanzen der Italiener, nachdem auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Neben den fingierten Spielerbewertungen steht der Vorwurf im Raum, dass der Verein in der Corona-Pandemie seine Profis zum Teil schwarz bezahlt und dadurch weitere Millionen an Euro nicht ordnungsgemäß verbucht habe.

Italienische Medien spekulierten am Wochenende, dass die UEFA streng auf die Entwicklung schauen werde und den Verein - der wegen des Projekts einer europäischen Superliga beim Kontinentalverband ohnehin in Ungnade gefallen war - hart bestrafen könnte. Ein Ausschluss aus dem Europapokal in den nächsten Jahren könnte drohen. Zunächst aber muss sich Juve nach der 15-Punkte-Strafe überhaupt qualifizieren für den internationalen Wettbewerb.

© dpa-infocom, dpa:230122-99-312164/4

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