Handball - Rhein-Neckar Löwen gewinnen in der European League mit 35:29 bei Trimo Trebnje Im Experimentier-Modus in Richtung Achtelfinale

Von 
Marc Srevermüer
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Auf Jannik Kohlbacher (rechts) war am Kreis wieder einmal Verlass. © Monz

Ljubljana. Martin Schwalb fasste das Spiel sehr treffend und vor allem kurz zusammen. „Unser Tempo war für den Gegner zu hoch“, sagte der Trainer der Rhein-Neckar Löwen, die am Dienstagabend in der European Handball League mit 35:29 (19:13) bei Trimo Trebnje gewannen. Durch den Erfolg verteidigten die Badener die Tabellenführung in der Gruppe D und stehen so gut wie im Achtelfinale.

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Die Löwen, bei denen Ilija Abutovic und Ymir Gislason im Mittelblock starteten und Nikolas Katsigiannis nach überstandener Verletzung im Tor begann, brauchten in der Tivoli-Halle in Ljubljana ein paar Minuten, um sich auf das Spiel der Slowenen einzustellen. Trimo Trebnje schaltete blitzschnell um und legte ein 2:0 (5.) vor, danach funktionierte der Rückzug des zweifachen deutschen Meisters aber deutlich besser. Außerdem nutzten die Badener fast jede Tormöglichkeit, weshalb Trebnje praktisch gar nicht mehr in den Gegenstoß kam.

Trebnje: Tomic, Brana – Raso, Viscek (1), Grojzdek, Radojkovic ...

Trebnje: Tomic, Brana – Raso, Viscek (1), Grojzdek, Radojkovic (6), Cingesar (1), Hamidovic (8), Sarak, Kotar (1), Kamnikar, Potocnik (2), Udovic (4), Grbic (4), Cirar (2), Florjancic.

Löwen: Katsigiannis, Späth (ab 31. Minute) – Gensheimer (5), Kohlbacher (5), Groetzki (7) – Nilsson (2), Schmid (3), Kirkeløkke (2) – Gislason (2), Abutovic, Nielsen (2), Patrail (2), Lagergren, Ahouansou (5).

Schiedsrichter: Cindric/Gonzurek (Kroatien).

Zuschauer: keine.

Strafminuten: Radojkovic (2) – Patrail (2).

Beste Spieler: Hamidovic – Groetzki, Kohlbacher. Ahouansou.

Spätestens nach dem 6:6 (10.) übernahmen die Löwen komplett die Kontrolle über die Begegnung und setzten ihrerseits auf die Tempo-Karte. Dank der aufmerksamen Deckung kam der Bundesligist immer wieder in den Konter und war allein über diese Schnellangriffe bis zum 16:10 (24.) fünfmal erfolgreich. Danach nahm Schwalb mit Linksaußen Uwe Gensheimer seinen bis dahin mit fünf Treffern erfolgreichsten Torschützen vom Feld und agierte in Abwesenheit des erkrankten Jerry Tollbring (Magen-Darm-Infekt) mit einem zweiten Kreisläufer. Gislason übernahm die Rolle neben Jannik Kohlbacher, ganz so flüssig und rund lief es danach aber nicht mehr. Der Vorsprung zur Pause fiel angesichts einer 19:13-Führung aber weiter recht komfortabel aus.

Nach dem Seitenwechsel glichen die personellen Veränderungen bei den Badenern einem umfassenden Schichtwechsel. Der 18-jährige David Späth übernahm für Torwart Katsigiannis, der nur auf drei Paraden kam. Mait Patrail und Jesper Nielsen bildeten fortan den Innenblock, Albin Lagergren ersetzte Niclas Kirkeløkke und auch Gensheimer kehrte zurück.

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Die Löwen blieben außerdem im Test- und Experimentier-Modus, agierten in Ballbesitz mit dem siebten Feldspieler und setzten sich zunächst auch weiter auf 24:17 (37.) ab, doch längst hatte der Auftritt nicht mehr so viel mit der abgeklärten Leistung im ersten Durchgang zu tun. Vielmehr war es Späth, der mit vier Paraden bei acht Würfen dafür sorgte, dass die Führung erst einmal deutlich blieb.

Beim 24:20 (44.) und nach einigen Gegentreffen ins leere Tor gerieten die Badener aber wieder ein wenig in Zugzwang, Schwalb brachte für den erneut blassen Lukas Nilsson den Youngster Philipp Ahouansou, der sich gleich mit seinem Tor zum 25:20 (45.) einführte und noch vier Treffer nachlegte. „Ich wollte ihm Einsatzzeit geben“, sagte der Trainer. Diese Chance nutzte der Rückraummann auf jeden Fall.