Leichtathletik - MTG-Speerwerfer muss sich Operation unterziehen Hofmann zwischen Hoffen und Bangen

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Christian Rotter
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Andreas Hofmann wird Anfang Februar am Ellenbogen operiert. © dpa

Mannheim. Andreas Hofmann ist ein Kämpfer. Das hat der Weltklasse-Speerwerfer der MTG Mannheim in seiner bisherigen Karriere mehrmals bewiesen. Nun ist diese Tugend erneut gefragt. Der 29-jährige Kirrlacher muss sich einer Ellenbogen-Operation am rechten Wurfarm unterziehen, die Dr. Boris Hollinger Anfang Februar in Markgröningen vornehmen wird. Ob Hofmann im August seinen Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen verwirklichen kann, ist fraglich.

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Der Vize-Europameister aus dem Jahr 2018 gibt nicht auf. „Ich habe Olympia nicht abgeschrieben“, betonte er im Gespräch mit dieser Redaktion. „Du brauchst als Leistungssportler ein Ziel, auf das du hinarbeiten kannst, das dich motiviert – und das bleiben die Sommerspiele. Ob sich das auch in die Tat umsetzen lässt, werde ich wohl erst im Verlauf der Reha abschätzen können.“

Die Verletzung machte Hofmann schon in der Leichtathletik-Saison 2020 zu schaffen. Bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig musste er sich im Juni hinter Johannes Vetter (LG Offenburg) mit der Silbermedaille zufriedengeben. Besonders die Weite (77,35 m) genügte den eigenen Ansprüchen nicht. Als er nun mit dem spezifischen Training begann, traten die Schmerzen wieder auf. „Ich habe mich durchchecken lassen. Ein MRT hat gezeigt, dass das Innenband im Ellenbogen gerissen ist, das mir vor einigen Jahren eingepflanzt wurde.“

„Ich werde alles geben“

Trotz des Rückschlags verliert Hofmann seinen Optimismus nicht. Ihn stimmt die Erfahrung zuversichtlich, die er vor knapp neun Jahren gemacht hat: „2012 wurde ich schon einmal am Ellenbogen operiert – und nach erfolgreicher Reha habe ich 2014 Bestleistung geworfen“, erklärte der 29-Jährige: „Ich werde alles geben, um so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen.“

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Hofmanns Verein ist davon überzeugt, dass sein großes Aushängeschild auf die Zähne beißen wird. „Andreas musste in seiner Karriere schon viele Rückschläge verkraften. Er hat es immer wieder geschafft, sich mit Spitzenleistungen zurückzumelden“, sagte Rüdiger Harksen. Der MTG-Leistungssportchef bezeichnete die Operation als letztes Mittel: „Ganz klar ist jedenfalls: Mit Schmerzen kann man den Speer nicht 90 Meter weit werfen.“

Redaktion Koordinator der Sportredaktion