Motorsport - Ring könnte in einem Notkalender der Formel 1 als Lückenfüller einspringen / Termin im Juli oder August Hockenheim für Geisterrennen bereit

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Der Hockenheimring (Archivbild) © dpa

Hockenheim. Die Rolle als Formel-1-Lückenfüller könnte sich der Hockenheimring in der Corona-Krise sogar vorstellen. Die Geschäftsführung des Traditionskurses steht der möglichen Austragung eines Grand Prix im Notkalender in diesem Sommer offen gegenüber. „Wir würden eine konkrete Anfrage prüfen und uns Gesprächen nicht verschließen“, sagte Jorn Teske, der neben Jochen Nerpel die Geschäfte auf dem Kurs führt, am Mittwoch. „Wir stehen ohnehin mit den Rechteinhabern in unregelmäßigem und lockerem Austausch.“ Über Konditionen sei noch nicht gesprochen worden.

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Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hatte berichtet, dass der Hockenheimring eine Rolle in den Gedanken der Formel-1-Strategen spielt. Der Rechteinhaber wendete sich mit einer entsprechenden Anfrage an den Ausrichter des Großen Preises von Deutschland. Dabei sei auch nach der nötigen Vorlaufzeit gefragt worden.

„Innerhalb von einer Woche wäre für uns die Ausrichtung in einer deutlich abgespeckten Version machbar“, meinte Nerpel zur Deutschen Presse-Agentur. Die Reduzierung oder der Wegfall von Aufwand und Personal könnte bei einem Geisterrennen in alle Richtungen denkbar sein: Parkplätze, Sicherheitsleute, Sponsorenbewirtung.

Kurs-Vorzüge bekannt

Aspekte wie Zuschaueraktivierung und Ticketing fielen weg. In der Vergangenheit begann der Hockenheimring ein Jahr vor dem Rennen mit dem Kartenvorverkauf. Da Faneinnahmen wegfallen würden, müsste deshalb der Rechteinhaber oder ein Sponsor finanziell weitgehend einspringen.

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Die Vorzüge des Kurses sind bekannt: Der Hockenheimring verfügt über Tradition, Erfahrung und Zuverlässigkeit. Der Kurs ist vom Weltverband Fia weiter als „Grade 1“-Strecke zertifiziert. Das heißt, dass dort Rennen der Motorsport-Königsklasse ausgetragen werden dürfen. 2019 hatte die Formel 1 zum 37. Mal gastiert. Für 2020 war der Große Preis von Deutschland finanziell nicht zu stemmen gewesen.

Die Formel 1 versucht, ihre Saison zu retten. „Man darf nicht vergessen, wie viele Arbeitsplätze eben auch an der Formel 1 hängen. Das wird im Fußball immer als Argument genannt, aber auch Formel-1-Teams sind große Unternehmen“, sagte der frühere Fahrer Ralf Schumacher. Bis zu 18 Grand Prix sollen noch gefahren werden.

Auftakt in Spielberg geplant

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Die ersten Läufe sollen im Juli und August ohne Zuschauer in Europa stattfinden, der Neustart ist für den 5. Juli in Spielberg geplant. Ob die Regierung in Österreich aber den Grand Prix erlauben werde, „hängt total davon ab, welches Sicherheitskonzept die Veranstalter mitbringen“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

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Von September an werden auch Rennen auf anderen Kontinenten angepeilt. Ein Geisterrennen in Hockenheim würde im Fall einer Einigung dann wohl im Europa-Fenster ausgetragen. dpa