Biathlon - Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen zeigt die WM in Slowenien, dass sich die deutschen Skijäger steigern müssen Heftiger Schuss vor den Bug

Von 
Thomas Wolfer, Sandra Degenhardt
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Franziska Preuß zeigte konstant gute Leistungen bei der WM. Am Samstag führte sie die deutsche Staffel zu Silber, im Massenstart wurde sie Sechste. © dpa

Pokljuka. Am Ende einer für die deutschen Biathleten so enttäuschenden WM blieben Arnd Peiffer nur die Glückwünsche an den Sieger. Mit Platz zwölf im Massenstart beschloss der Harzer am Sonntag den Saison-Höhepunkt im slowenischen Pokljuka, das mit lediglich zweimal Silber so schlecht endete, wie zuvor überhaupt nur einmal seit der Wiedervereinigung. Auch 2013 in Nove Mesto hatte es mit einmal Silber und einmal Bronze nur zweimal Edelmetall für die DSV-Skijäger gegeben. Die angestrebte Medaillenausbeute von vier bis fünf wurde verfehlt.

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„Wir haben sicher nicht das erreicht, was wir erreichen wollten. Wir sind nicht zu 100 Prozent zufrieden, aber es war nicht alles schlecht“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Grund zum Jubeln hatte am Abschluss-Wochenende einzig die starke Frauenstaffel, die Franziska Preuß mit einer Energieleistung am Samstag auf den letzten Metern zu Silber geführt hatte. Mit einer Einzelmedaille konnte sich die Bayerin aber nicht belohnen. „Ich sehe, dass ich es kann, es sind nur kleine Stellschrauben, die manchmal nicht passen. Aber ich habe eine richtig gute WM gemacht und das nehme ich mit“, sagte Preuß nach Rang sechs am Sonntag im Massenstart. Fünfte, Sechste, Siebte, Achte – mit einer beeindruckenden Konstanz absolvierte die 26-Jährige die Rennen.

Am Ende bleibt jedoch, dass die einst so erfolgsverwöhnten DSV-Frauen erstmals seit 1997 bei einer WM in den Individualwettbewerben ohne Edelmetall blieben. Bei den Männern gelang das zwar Peiffer mit Silber im Einzel, dafür scheiterte die Herren-Staffel am Samstag krachend am Ziel Podest. Nach einem unerklärlichen Leistungseinbruch von Startläufer Erik Lesser landete der Thüringer gemeinsam mit Roman Rees, Peiffer und Benedikt Doll nur auf Platz sieben.

Erkrankte Herrmann reist ab

Auch Denise Herrmann war mit Ambitionen zur WM gekommen, musste aber noch vor dem Finale mit einer Erkrankung abreisen. Die Sächsin fehlte beim Massenstart, den die Österreicherin Lisa Theresa Hauser gewann, soll aber bei den nächsten Weltcups wieder dabei sein. Es handelte sich um eine Vorsichtsmaßnahme, sagte Mannschaftsarzt Jan Wüstenfeld. Herrmann habe sich auch nicht mit Corona infiziert.

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Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking wurde auf der Pokljuka klar, dass die deutschen Skijäger viel Arbeit vor sich haben. Vor allem die Norweger (14 Medaillen), Franzosen (7) und Schweden (6) sind breiter und besser aufgestellt. „Sie haben Leistungen konstanter abgerufen als unsere Mannschaft“, sagte DSV-Sportdirektor Bernd Eisenbichler: „Wir müssen schauen, was wir verbessern können, um Konstanz auf höherem Level zu haben.“ Bei Olympia wolle sich die Mannschaft anders zeigen, sagte Frauentrainer Kristian Mehringer: „Das ist unser großes Ziel. Dann sind vielleicht wir die Lachenden.“

Während bei den Damen oft nur wenig nach ganz vorne fehlte, waren die Vorstellungen der Männer teilweise erschreckend. dpa