Olympia - Deutscher Präsident stellt sich gegen Weltverband Heber in großer Sorge

Von 
Jan Kotulla
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Leimen. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber (BVDG), Florian Sperl, schlägt angesichts der jüngsten Entwicklungen und Pläne des Weltverbandes IWF Alarm. „Die aktuelle Veränderung der Anti-Doping-Regeln durch die IWF Exekutive, ohne diese mit den Mitgliedsverbänden und dem IOC abzustimmen, ist völlig inakzeptabel“, erklärte Sperl.

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Der 33-Jährige ist seit Ende 2020 Boss der deutschen Heber und fürchtet um die Zukunft als olympische Sportart. Nicht ohne Grund. Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), hatte dieser Redaktion Pläne bestätigt, wonach die Schwerathleten aus dem Programm der Sommerspiele von Paris 2024 geworfen werden, sollte es nicht zügige und grundlegende Reformen geben.

„Es zeigt ein weiteres Mal, dass die derzeitige IWF-Führung mit der Gesamtaufgabe für einen notwendigen Neubeginn auf fast allen Ebenen völlig überfordert ist und nach alten Mustern handelt“, wird Sperl erneut deutlich. Seine Hauptkritikpunkte: Die Anti-Doping-Regeln wurden aufgeweicht. Und anders als geplant sollen Ende März erst die IWF-Neuwahlen – bei denen auch Sperl antritt – stattfinden, dann im April eine Verfassungsreform beschlossen werden.

Die Gefahr dabei ist, dass Gefolgsleute des zurückgetretenen Langzeit-Präsidenten Tamás Aján Posten übernehmen. Würde die Verfassungsreform früher kommen, könnten diese Personen gesperrt werden. Ein Untersuchungsbericht im Sommer 2020 hatte unter anderem bestätigt, dass 40 positive Dopingfälle von Aján vertuscht wurden. Der Interimsführung traut Sperl nicht zu, die nötigen Reformen einzuleiten. Der Bayer fordert „die amtierende IWF Exekutive abermals auf, mit ihrem sofortigen Rücktritt endlich den Weg freizumachen, um die Sportart Gewichtheben mit den dringend notwendigen zeitgemäßen Reformen zu versehen“.

Bach fordert Erklärung

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Die Furcht ist nicht unbegründet. Das IOC hat erneut auf massive Probleme hingewiesen. „Der Gewichtheber-Weltverband IWF bereitet uns weiter große Sorgen“, erklärte Bach am Wochenende. Das IOC bewertet die jüngsten Entscheidungen der IWF als „Aufweichung ihrer Anti-Doping-Regeln“. Zudem kämpfe die IWF „mit Problemen im Bereich der guten Verbandsführung. Wir sind besorgt darüber, dass die Regeln während des laufenden Qualifikationsprozesses und ohne Konsultation geändert worden sind“, sagte der IOC-Boss zur Vorbereitung auf die Spiele in Tokio. Man erwarte eine Erklärung.

Redaktion Sportredakteur