Interview - Cheforganisator Peter Hofmann zieht eine Bilanz – und sieht den Standort Mannheim als Vorbild

„Haben gezeigt, dass es möglich ist“

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sd
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Mannheim. Das 57. Mannheimer Maimarkt-Reitturnier fand wegen der Corona-Pandemie unter schwierigen Bedingungen statt, ist aber nach den Blöcken Dressur und Springen – es folgen vom 5. bis 7. Mai noch die Para-Equestrians – ein voller Erfolg. Wir sprachen mit Cheforganisator Peter Hofmann.

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Peter Hofmann. © Pix

Herr Hofmann, Sie haben für das Turnier ein sehr hartes Hygienekonzept erarbeitet. Hatten Sie Bedenken, dass alles funktioniert?

Peter Hofmann

Peter Hofmann wurde am 8. April 1950 in Mannheim geboren, studierte Jura und ist Geschäftsführer der Firma Berrang.

Er war selbst aktiver Springreiter, ist seit 1961 Mitglied im Reiter-Verein Mannheim und seit 1981 dessen Präsident. Im Präsidium der Nationalen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist er für den Spitzensport zuständig, im Deutschen Olympischen Komitee der Reiter (DOKR) für das Springen.

Hofmann organisiert seit 1983 das Maimarkt-Turnier. sd

Peter Hofmann: Ich war schon etwas angespannt, ob sich alle an die Vorgaben halten und habe immer wieder auch selbst kontrolliert. Aber ich war von der allgemeinen Disziplin angenehm überrascht. Das hat mir gezeigt, dass es auch den Reitern und Reiterinnen etwas wert war, hier zu starten.

Sie wollten mit der Turnier-Organisation ein Vorbild für andere Veranstaltungen sein. Ist das gelungen?

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Hofmann: Ich denke ja. Im Ausland laufen viele Turniere fast normal ab, bei uns in Deutschland nicht. Hier muss man immer noch nur auf die Absagen schauen. Insofern war die Entscheidung, ein Vier-Sterne-Turnier anzubieten, absolut richtig. Wir haben mit dem Konzept gezeigt, dass es möglich ist – wenn sich alle vernünftig verhalten. Natürlich ist immer ein gewisses Risiko dabei, aber es ist auch ein Weg, Schritt für Schritt zu etwas mehr Normalität zu kommen. Das ist die Botschaft des Maimarkt-Turniers.

Ihnen war vor allem daran gelegen, dass Mannheim kein Corona-Hotspot wird. Das ist ja wohl ebenfalls gelungen?

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Hofmann: Ja. Die Inzidenz in Mannheim lag vor dem Turnier über 200. Wir hatten hier glücklicherweise keinen einzigen positiven Test. Das abgeschirmte MVV-Stadion war meines Erachtens der sicherste Ort in der Stadt. Aber das zu bewerkstelligen, war auch ein großer Aufwand.

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Schlug sich der Aufwand im Etat des 57. Maimarkt-Turniers nieder?

Hofmann: Der Etat lag wegen des Hygiene-Konzepts um 100 000 Euro höher als in den letzten Jahren. Allein die Teststation kostet 75 000 Euro. Aber ich habe die roten Zahlen einkalkuliert, der Reiter-Verein muss nicht dafür aufkommen. Da gibt es andere Möglichkeiten.

War die Suche nach Sponsoren in diesem Jahr problematischer?

Hofmann: Diejenigen, die sich immer mit großen Geldbeträgen beteiligen, sind dankenswerterweise alle geblieben. Das zeigt, dass sich da in den letzten Jahren ein großes gegenseitiges Vertrauen aufgebaut hat. Sportliche Erfolge strahlen aber auch auf die Sponsoren zurück.

Wie sieht das sportliche Fazit des Turniers aus?

Hofmann: Wir hatten selten so starke Starterfelder. Sie waren – angeführt von Isabell Werth und ihren beiden Spitzenpferden Bella Rose und Weihegold – schon in der Dressur gewaltig. Im Springen sogar noch mehr. Wir hatten den gesamten deutschen Olympiakader da, aus dem Ausland kamen Top-Leute.

Aus Mannheimer Sicht dürften Sie als Präsident des Reiter-Vereins ebenfalls sehr zufrieden sein.

Hofmann: Natürlich. Es ist toll, zu sehen, wie sich Richard Vogel gegen die Weltklasse behauptete. Er hat gegen starke Konkurrenz dreimal gewonnen, war dreimal Zweiter und zweimal Dritter. Aber auch Hannah Schleef hat im U-25-Springpokal überzeugt. sd