Sportpolitik - Amateur- und Breitensport appelliert an die Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel Große Sehnsucht nach einer Perspektive

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dpa
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DSV-Präsident Marco Troll, dass infolge des Lockdowns ein ganzer Jahrgang verloren geht und nicht schwimmen lernen kann. © dpa

Frankfurt/Berlin. Der Amateur- und Breitensport soll nach dem Stillstand langsam wieder in Bewegung kommen. Vor der Konferenz der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch appellierte die Sportministerkonferenz, schrittweise Lockerungen der Corona-Einschränkungen für den Sport in die Beratungen einzubeziehen.

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Der Präsident des Deutschen Schwimm-Verbandes, Marco Troll, hat in einem Brief an Merkel und die Landeschefs zudem gemahnt, „die Schwimmbäder und damit das gesamte Kulturgut Schwimmen in Deutschland zu retten“. Seiner Meinung nach könne „der organisierte Vereinssport ein wichtiger Helfer in der Pandemiebekämpfung sein“. Ganz Sportdeutschland kämpfe um das Überleben, so Troll.

Die Sportministerkonferenz hält es für erforderlich dem Sport, beginnend mit dem Kinder- und Jugendsport, eine Perspektive aufzuzeigen, hieß es in einer Beschlussvorlage für die Kanzler-Runde. Darin bittet die SMK, den Sport in sämtlichen Erörterungen und Beschlussfassungen zu Lockerungen zu berücksichtigen. Sie befürworte ein stufenweises Vorgehen zur vollumfänglichen Wiederaufnahme des Sportbetriebs im Einklang mit den Zielen des Gesundheits- und Infektionsschutzes, hieß es. Die Corona-Pandemie habe die Bedingungen für den Sport weltweit grundlegend verändert. Es zeige sich „ein Szenario, das als Fiktion denkbar war, sich in der Gegenwart aber immer noch irreal“ anfühle. Die ergriffenen Maßnahmen auch im Sport seien gleichwohl erforderlich und ein bedeutender Beitrag dazu gewesen, dass Deutschland die Pandemie vergleichsweise erfolgreich bewältigt habe.

„Die überragende Bedeutung von Bewegung und Sport im Bereich des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation sollte genutzt und Sorge dafür getragen werden, dass Bewegung und Sport bei der dynamischen Entwicklung des Pandemiegeschehens eine adäquate Berücksichtigung finden“, hieß es.

Auswirkungen bereiten Sorgen

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DSV-Präsident Troll wies in seinem Schreiben vom 3. Februar an Merkel als Chef einer der größten deutschen Sportverbände auf die Schwierigkeiten im Lockdown hin. „Was mir insbesondere als DSV-Präsident aktuell große Sorgen bereitet, sind die langfristigen Auswirkungen der Pandemie für unseren Sport und die Gesellschaft“, sagte er in einem DSV-Interview. Es müssten „jetzt Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, die uns davor bewahren, langfristig vor Problemen zu stehen, die wir nicht mehr lösen können“.

Während der Profisport seinen Betrieb ohne Zuschauer fortsetzen konnte, trafen die Corona-Regelungen vor allem den Amateur- und Breitensport, der zurzeit ruht. Mitgliederschwund und das Nachlassen von ehrenamtlichem Engagement sowie erheblich finanzielle Einbußen der Vereine und Verbände seien laut dem Deutschen Olympischen Sportbund die Folgen. dpa