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Biathlon - Zufriedene Gesichter gibt es nach dem Weltcup in Oberhof bei den Männern – Denise Herrmann völlig verunsichert

Formbarometer zeigt nach oben

Von 
Stefanie Wahl
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Der 28-jährige Roman Rees reist nach seinen starken Leistungen in Oberhof „mit einem guten Gefühl ab“.

Oberhof. Sechs Rennen beim Weltcup in Oberhof, kein Deutscher winkt vom Podest. Die Bilanz vier Wochen vor Olympia in Peking fällt daher gemischt aus.

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Das sportliche Fazit: Roman Rees ist der Gewinner von Oberhof. Läuferisch frisch zeigt sich der Schwarzwälder als Fünfter im Sprint, überzeugt in der Mixed-Staffel trotz Platz sechs mit nur einem Nachlader und bestätigt dies mit fehlerfreien Stehendanschlägen bei schwierigen Bedingungen wie einer starken Schlussrunde als Sechster der Verfolgung. „Eine richtig gute Sache, daher reise ich mit einem guten Gefühl ab“, sagt der 28-Jährige.

Aufwärts geht es bei Erik Lesser. In der nicht-olympischen Single-Mixed-Staffel beweist der Thüringer einmal mehr sein Können. Den Lohn dafür vermasselt Franziska Hildebrand, die mit insgesamt sieben Nachladern wertvolle Zeit verliert und auf der Strecke mit 34 Jahren nicht mehr die Tempohärte besitzt, um mit den Besten mitzuhalten. Es bleibt Rang sieben. In der Verfolgung hat Lesser die Chance aufs Podium, traut sich beim letzten Anschlag zu riskieren, „um die Dinger frech runterzuzaubern“, wird mit zwei Fehlern aber nicht belohnt. Der Franzose Quentin Fillon-Maillet ist effizienter, holt seinen dritten Saison-Triumph. Lesser fährt als Achter ein – seine beste Saison-Platzierung. „Mich freut, dass er konditionell wieder stabil geworden ist“, sagt Bundestrainer Mark Kirchner. In ihrer Heimat beweist Vanessa Voigt Konstanz und einen willensstarken Kopf, wird daher auch in der Verfolgung Zwölfte. Ihr Manko sind noch die Laufzeiten. „Auf der Strecke habe ich ein paar Defizite, das wusste ich aber auch vorher schon“, sagte die 24-Jährige. Weniger selbstkritisch äußert sich Vanessa Hinz nach der Mixed-Staffel: „Wir sind nicht weit weg vom Podium“, sagt sie. Das Beste herauszupicken ist eine Herangehensweise. Fakt ist aber auch: Der Rückstand auf die jubelnden Norweger beträgt mehr als zwei Minuten. Verunsichert und verkrampft zeigt sich Denise Herrmann vier Wochen vor dem Saisonhöhepunkt, acht Schießfehler und ein frustrierender Rang 41 in der Verfolgung wirken als Verstärker.

Die Corona-Situation: Am Abend ist der Tross nach Bayern weitergezogen. Eine Bedingung dafür: ein PCR-Test. Mehrere hundert hat die Internationale Biathlon Union organisiert,um eine Event-Blase für die Rennen in Ruhpolding zu schaffen. Es gilt, weitere Fälle zu verhindern. Nach der Pause ist Russlands Bester, Eduard Latypow, positiv auf Corona getestet worden, am Sonntag kommen noch ein Athlet aus Rumänien und ein bulgarischer Offizieller hinzu.

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Lesser hilft Latypow

Eine schöne Geste: Erik Lesser, der in Oberhof lebt, bietet Latypow ein Fahrrad samt Rolle an, um trotz Quarantäne fit zu bleiben. Über die deutschen Team-Regeln sagt Mark Kirchner: „Wenn man das so nennen will, sind wir immer in Quarantäne.“

Oberstes Gebot: die Ansteckungsgefahr minimieren, doch: „Man kann sich den Kopf auch mit Dingen zumüllen. Wir haben eine andere Hauptaufgabe – die heißt nicht Corona, sondern unsere Athleten auf einen guten Leistungsstand zu bringen. Da brauchen wir freie Nischen im Kopf.“

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