Eishockey - Die Adler Mannheim zeigen beim 4:1 gegen Ingolstadt, dass sie auch kurzfristige personelle Ausfälle kompensieren können Flexibilität als Kunstform

Von
Christian Rotter
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Mannheim. Sich einen Matchplan zurechtlegen, das eigene Team auf den Gegner einstellen, sich dabei allerdings vor allem auf die eigenen Stärken konzentrieren: Pavel Gross geht in dieser Arbeit auf und investiert viel Zeit und Hirnschmalz darauf. In dieser Saison ist es jedoch oft so, dass jeder noch so ausgeklügelte Plan ganz schnell über den Haufen geworfen wird. Die Adler Mannheim gewannen am Montag zwar das Topspiel der Südgruppe in der Deutschen Eishockey Liga mit 4:1 gegen den ERC Ingolstadt, sie beklagten aber zwei neue Ausfälle: Verteidiger Joonas Lehtivuori und Stürmer Stefan Loibl zogen sich im ersten Drittel Blessuren zu und fielen für den Rest der Partie aus. Wie lange sie zusehen müssen, steht noch nicht fest.

Felix Schütz bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1. Ingolstadts Torhüter Michael Garteig musste sich am Ende vier Mal geschlagen geben. © PIX
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„Ich weiß nicht, was da los war“, sagte Gross lapidar. Der Adler-Trainer verlässt sich auf die Expertise seines medizinischen Stabs – und der signalisierte, dass das Spiel für das Duo früh beendet war. Es zeichnet die Mannheimer in dieser Saison jedoch aus, dass sie Rückschläge verkraften und einen Weg finden, Begegnungen zu gewinnen. So, wie am Montag: Felix Schütz, der selbst gerade erst nach einer Verletzung zurückgekehrt war, rückte nach Loibls Aus in die Reihe zu Markus Eisenschmid und Florian Elias – und stand bei den ersten drei Adler-Toren auf dem Eis. Treffer Nummer eins leitete er mit einem guten Einsatz an der Bande vor, Tor Nummer zwei erzielte der Routinier selbst (42.).

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Schütz rechtzeitig zurück

Ob er sich in diesem Sturm besonders wohlfühle? „Man sollte da nicht zu viel da reinlesen. Wir haben viele gute Stürmer. Pavel versucht, eine gute Mischung zu finden. Ich bin da ziemlich anpassungsfähig“, betonte der 33-Jährige, der seine Adduktorenprobleme rechtzeitig zum Topspiel überstanden hatte. Der langjährige Nationalspieler konnte sich gut in die Ingolstädter hineinversetzen, schließlich fuhr auch er das eine oder andere Mal mit seinen früheren Teams ohne Punkt aus Mannheim zurück – und musste sich angesichts einer tadellosen Vorstellung nichts vorwerfen lassen. „Jetzt bin ich aber auch ein Adler und stehe auf der guten Seite“, sagte er lachend.

Jeder im Lager der Blau-Weiß-Roten wusste: Der dritte Sieg in Folge war mit Sicherheit nicht unverdient, er war gegen einen stark auftrumpfenden Gegner aber hart erkämpft. „Das hätte auch in die andere Richtung ausgehen können“, gestand Schütz. Die Mannheimer Führung nach dem ersten Drittel durch Florian Elias (20.) war schmeichelhaft, Ingolstadts Ausgleich durch den von den Adlern umworbenen Jungstar Tim Wohlgemuth (36.) verdient.

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„Meine Mannschaft hat physisch gespielt“, sagte Doug Sheddon. Der Ingolstädter Coach war mit dem Auftritt seiner Jungs zufrieden, nicht aber mit dem Ergebnis. Als entscheidenden Wirkungstreffer machte der Kanadier das dritte Gegentor aus. Wohlgemuth verlor – von Matthias Plachta energisch gestört – den Puck an der blauen Linie, Eisenschmid schnappte ihn sich, schaltete den Turbo ein und ließ Torhüter Michael Garteig keine Chance (52.). Jason Bast, der einen Garteig-Aussetzer nutzte (56.), traf zum Endstand.

Schwenningen wartet

Gross haderte vor allem mit der Vorstellung seines Teams im ersten Drittel. „Da haben wir ein bisschen müde ausgeschaut. Manchmal haben unsere Stürmer nach dem Forecheck einfach geschlafen“, kritisierte der 52-Jährige, dessen Ansprache in der ersten Pause Früchte trug: „Wir haben heute viele Hits gesehen, das Spiel hatte Play-off-Charakter.“

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Mit welchem Personal die Adler ins Baden-Württemberg-Duell bei den Schwenninger Wild Wings starten können (Freitag, 18.30 Uhr) entscheidet sich kurzfristig. „Wir werden gerade von Verletzungen verfolgt“, sagte Gross. Das klang nicht nach Resignation, sondern nach einer einfachen Feststellung.

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Redaktion Koordinator der Sportredaktion