Fehlendes Feuer

Christian Rotter zum bisherigen Verlauf der Biathlon-WM

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Christian Rotter
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Erik Lesser trägt sein Herz auf der Zunge. Aus diesem Grund ist er ein großer Sympathieträger im deutschen Biathlon-Team. Als der Routinier zum Auftakt der Biathlon-WM im Sprint auf dem indiskutablen 66. Platz gelandet war, übte er scharfe Selbstkritik und sagte: „Ich habe mich unterwegs gefragt, warum ich Teil der WM-Mannschaft bin.“

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Die Ergebnisse im Sprint waren kein Ausrutscher. Bis auf die Silbermedaille von Arnd Peiffer im Einzel und einigen Top-Ten-Platzierungen der Damen um Franziska Preuß fällt die Bilanz vor dem Abschlusswochenende ernüchternd aus.

Fest steht: Diese WM ist nicht mehr zu retten. Selbst wenn es in den ausstehenden vier Rennen noch die eine oder andere Medaille geben sollte, müssen die Verantwortlichen ihre Arbeit kritisch hinterfragen. Sie werden feststellen, dass in Slowenien so gut wie nichts funktionierte: Die Leistungen am Schießstand waren überschaubar, und läuferisch wirkten die deutschen Skijäger seltsam kraftlos – Lesser war das Extrembeispiel. Lag es am Material oder schlicht an der Form? Die Analyse muss ohne Rücksicht auf Namen vorangetrieben werden.

Sollte schon in diesem Winter alles auf Olympia 2022 ausgerichtet gewesen sein, wäre das zumindest eine Erklärungsmöglichkeit. Falls nicht, müssen die Alarmglocken schrillen, denn es gibt kaum Talente die den Routiniers Feuer unterm Hintern machen.

Redaktion Koordinator der Sportredaktion