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Corona - Dänen wollen Team in London unterstützen

Fans hoffen, Experten warnen

Von 
dpa
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London. Rund 60 000 Fans bei den Halbfinals und im Finale im Wembley-Stadion, Riesen-Party im Corona-Hotspot London rund um das England-Spiel – und das in einer kritischen Pandemie-Phase auf der Insel. Das bevorstehende Schlussszenario bei der Fußball-Europameisterschaft löst insbesondere in Deutschland großes Unbehagen und massive Kritik aus. Und auch die Befürchtung, dass das paneuropäische Turnier zum Super-Spreader-Ereignis gerät, wächst weiter.

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Die viel gescholtene Europäische Fußball-Union hat für die Partien Italien – Spanien am Dienstag und England – Dänemark am Mittwoch (jeweils 21 Uhr) und für das Finale 75 Prozent der Zuschauerkapazitäten freigegeben. Das England-Spiel ist natürlich ausverkauft.

Als hätte es Corona nie gegeben. Englische Fans feiern. © dpa

Die restriktiven internationalen Reiseregelungen, nach denen fast alle europäischen Länder britische Staatsbürger bei der Einreise in eine längere Quarantäne schicken und dies in Großbritannien mit Einreisenden ebenso gehandhabt wird, reduziert lediglich die Fans aus dem Ausland.

Vielen Dänen passt so eine Regelung gar nicht. Nach derzeitigem Stand können nur im Vereinigten Königreich lebende Dänen Karten erwerben – etwa 6000. Im Land des Halbfinalisten und Überraschungsteams wächst der Druck auf die Regierung, damit mehr dabei sein können. Mehrere Parteien forderten Ministerpräsidentin Mette Frederiksen auf, sich auf die Seite der dänischen Anhänger zu schlagen.

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Die Boulevardzeitung „Ekstra Bladet“ kritisierte, dass sich Frederiksen und Außenminister Jeppe Kofod nicht zu Wort meldeten. „Die Leute hier sind geimpft, getestet und bereit, da hinüber zu schwimmen“, schrieb die Zeitung am Montag.

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen seit Wochen wieder stark an. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 214 angegeben (Stand: 29. Juni). Allein am Sonntag waren mehr als 24 000 Neuinfektionen registriert worden. Zurückgeführt wird das auf die Delta-Variante, die mehr als 90 Prozent der Fälle ausmacht.

Der britische Premierminister Boris Johnson will trotzdem die verbliebenen Corona-Maßnahmen wie Abstandsregeln, Maskenpflicht und Home-Office bis zum 19. Juli weitgehend aufheben.

Die UEFA hat sich längst auf die Position zurückgezogen, sie halte sich an die von den Regierungen und Gesundheitsbehörden der jeweiligen Länder erlassenen Bestimmungen im Umgang mit der Pandemie. Der Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach hatte schon angesichts der 45 000 Fans bei England – Deutschland im Wembley-Stadion prophezeite: „Es haben sich sicherlich Hunderte infiziert und diese infizieren jetzt wiederum Tausende. Die UEFA ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich.“ dpa

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