Eishockey - Adler Mannheim stehen nicht nur sportlich gut da, sondern gewinnen auch das Rennen um Tim Wohlgemuth Erfolg auf ganzer Linie

Von 
Christian Rotter
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In 16 Saisonspielen für den ERC Ingolstadt hat Tim Wohlgemuth sieben Tore erzielt und acht Treffer vorbereitet. © City-Press

Mannheim. Die Adler Mannheim waren am Mittwoch spielfrei. Der Club aus der Deutschen Eishockey Liga hat aber dennoch den nächsten Sieg eingefahren – nicht auf dem Eis, sondern am Verhandlungstisch. Vor einer Woche hatte Jan-Axel Alavaara das große Interesse an Jungstar Tim Wohlgemuth bestätigt. „Es stimmt, dass wir mit ihm gesprochen haben. Er hat uns gesagt, dass er noch etwas Zeit braucht, um eine Entscheidung zu treffen“, sagte Adler-Sportmanager auf Nachfrage dieser Redaktion. Der 21-jährige Stürmer, der in der laufenden DEL-Saison in 16 Partien 15 Scorerpunkte für den ERC Ingolstadt gesammelt hat (7 Tore/8 Vorlagen), ging noch einmal in sich – und gab Mannheim den Zuschlag.

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„Ich bin eine Person, die ganz gerne aus der Komfortzone rauskommt. So sehe ich auch meine sportliche Karriere. Ich will jedes Jahr einen Fortschritt bei mir selbst sehen. Das war schon ausschlaggebend“, begründete Wohlgemuth seine Wahl. Bei den Adlern unterzeichnete er einen Vertrag bis 2024. Dem Vernehmen nach soll nicht nur Ingolstadt ein Angebot auf den Tisch gelegt haben, sondern auch der EHC Red Bull München. Der Jungnationalspieler sah für sich allerdings in Mannheim die besten Perspektiven, zudem wird das Gehalt stimmen.

Pavel Gross freut sich auf Wohlgemuth, der in der Nachwuchsabteilung des ESV Kaufbeuren groß wurde und 2018 nach Ingolstadt wechselte. „Tim ist einer der talentiertesten deutschen Spieler seines Jahrgangs. Es war keine einfache Entscheidung für den Jungen. Er musste wählen zwischen der Sicherheit, in einer guten Ingolstädter Mannschaft zu spielen, oder den nächsten Schritt zu wagen“, betonte der Adler-Trainer. Er bezeichnete den Linksschützen als flexibel einsetzbaren Angreifer: „Tim kann auf Linksaußen oder in der Mitte spielen. Er hat viele Fertigkeiten und Fähigkeiten.“

Für die Adler ist der Wohlgemuth-Transfer ein weiteres wichtiges Puzzleteil in der Kaderplanung, für Gross ist er Zukunftsmusik. Der 52-Jährige richtet den Fokus auf die nächste Aufgabe, und die wartet am Freitag (18.30 Uhr) mit dem Spiel bei den Schwenninger Wild Wings auf sein Team. Vom 4:0-Sieg vor gut einer Woche dürfe man sich nicht blenden lassen, warnte der Coach: „Dieses Spiel können wir vergessen, es ist keine Garantie für die Zukunft.“ Zudem stünde am Freitag eine ganz andere Schwenninger Mannschaft auf dem Eis: Dylan Yeo und Travis Turnbull haben sich nach Verletzungen zurückgemeldet, Tyson Spink hat seine Sperre abgesessen.

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Bei den Mannheimern sieht die personelle Lage angespannter aus. Verteidiger Joonas Lehtivuori und Stürmer Stefan Loibl, die sich am Montag beim 4:1 gegen Ingolstadt im ersten Drittel verletzt haben, fallen aus. Wie lange? Nach einer Kernspin-Untersuchung am Mittwochabend erwarten die Adler genauere Erkenntnisse. „Wir müssen die Bilder abwarten“, erklärte Gross.

Die Adler werden auf jeden Fall reagieren. Sie planen, Stürmer Pierre Preto hochzuziehen, der zuletzt für den Zweitliga-Kooperationspartner Heilbronner Falken auflief. Gross ist aber kein Coach, der die spielerische Ausrichtung seines Teams von der Aufstellung abhängig macht, ihm ist die Einstellung seiner Profis wichtiger. „Wir müssen über 60 Minuten intensiver spielen als zuletzt“, forderte er. Auf der kleinen Schwenninger Eisfläche werde jeder Fehler noch schneller bestraft. „Präzision ist angesagt, jeder Pass muss stimmen“, sagte Gross – und das nicht nur, aber auch im Powerplay.

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Während das Überzahl-Spiel weiter noch Luft nach oben hat, ist die Unterzahl über jeden Zweifel erhaben. Co-Trainer Mike Pellegrims hat das Erfolgsrezept in der Opferbereitschaft der Spieler ausgemacht: „Mir gefällt, wie die Jungs ihren Körper einsetzen, um Schüsse zu blocken.“

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