Eishockey - Beim 4:0-Sieg der Adler Mannheim in Schwenningen schießt der 18-Jährige seinen ersten DEL-Treffer Elias’ Premierentor krönt Erfolg

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Christian Rotter
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Schwenningen. Erst kam lange nichts, dann viel auf einmal: Nach Anlaufschwierigkeiten haben die Adler Mannheim in der Deutschen Eishockey Liga einen 4:0 (0:0, 1:0, 3:0)-Erfolg bei den Schwenninger Wild Wings eingefahren. „Die drei Punkte nehmen wir mit, in München machen wir am Freitag weiter. Schlüssel zum Sieg war unser starkes Unterzahlspiel“, sagte Mannheims Verteidiger Sinan Akdag. Eine Partie zum Erinnern war es vor allem für Adler-Stürmer Florian Elias, der sein erstes DEL-Tor erzielte.

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Die Hoffnungen auf eine schnelle Rückkehr der angeschlagenen Denis Reul und Felix Schütz erfüllten sich nicht, ein Einsatz des Duos am Freitag (20.30 Uhr) im Topspiel beim EHC Red Bull München ist allerdings nicht ausgeschlossen. Eine Änderung gab es in der Mannheimer Aufstellung im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen Straubing am Sonntag dennoch: Neuzugang Taylor Leier feierte sein Debüt im blau-weiß-roten Trikot. Am Montag fiel der Corona-Test des Kanadiers, Anfang vergangener Woche aus der tschechischen Liga gekommen war, negativ aus. Am Dienstagmorgen stand der 26-Jährige beim „Pre-Game-Skate“ zum ersten Mal mit seinen neuen Teamkollegen auf dem Eis – und am Abend stürmte er an der Seite von Jason Bast und Nico Krämmer.

Brune mit Schuss-Feuerwerk

Immer einen Schritt schneller: Adler-Stürmer Markus Eisenschmid (r.) enteilt Christopher Fischer. © Pix

Auffälligster Adler-Spieler im ersten Drittel war aber Louis Brune. Der 20-Jährige stand exemplarisch für die Mannheimer Auftaktphase: Die Jungs von Trainer Pavel Gross feuerten aus allen Lagen. Große Chancen waren aber kaum dabei, da Schwenningen die Zone vor dem eigenen Kasten verbarrikadierte. Und was doch durchkam, wurde zur Beute von Torhüter Joacim Eriksson. Brune stand etwas zu dicht vor dem Schweden (4.), sein Handgelenksschuss landete in der Fanghand des Goalies (6.). Nur bei Markus Eisenschmids Direktabnahme im Powerplay (15.) hatte Eriksson Probleme.

Die Wild Wings hatten nicht viele, dafür aber die besseren Gelegenheiten. Troy Bourke brach durch, Adler-Torhüter Dennis Endras war Endstation (9.). Kurz vor dem Ende des ersten Abschnitts durften die Schwenninger für knapp zwei Minuten mit zwei Mann mehr ran. Nachdem bereits Joonas Lehtivuori auf die Strafbank gewandert war, landete Akdags Befreiungsschlag auf der Tribüne – zwei Minuten wegen Spielverzögerung. Da Bourke am langen Pfosten verpasste (19.), blieb es beim 0:0.

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Auch nach der ersten Pause änderte sich kaum etwas am Spiel: Die Adler hatten mehr Puckbesitz, allerdings fehlten die zündenden Ideen. Nach einem Pass von Matthias Plachta verfehlte Mark Katic das lange Eck (25.), Eisenschmid traf statt des Tors nur seinen Teamkollegen Jason Bast (26.), der Schuss von Ben Smith im ansonsten maximal durchwachsenen Powerplay küsste den Pfosten (28.). Wenn es in Überzahl schon nicht klappt, dann vielleicht in Unterzahl? Nach einem Doppelpass mit Krämmer hatte Plachta den leeren Kasten vor sich, er setzte die Scheibe aber an die äußere Umrandung – wieder nichts (30.).

Beide Teams waren personell erheblich geschwächt in die Partie gegangen, bei Schwenningen musste auch noch Maximilian Hadraschek nach einem geblockten Schuss zur Behandlung in die Kabine (31.). Die Chancen nahmen an Qualität zu. Leier zögerte bei einem Alleingang viel zu lange (35.), auf der anderen Seite ging Andreas Thuresson auf und davon. Er wollte den Puck über Endras lupfen, doch der Adler-Goalie ließ sich nicht narren (37.). Beim Mannheimer Führungstreffer spielte Kommissar Zufall eine ganz entscheidende Rolle: Katic’ abgefälschter Schuss sprang an den Pfosten, Eisenschmid staubte ab (39.).

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Der Ausgleich lag zwar nicht gerade in der Luft – um ein Haar wäre er aber gefallen. Leier verlor den Zweikampf gegen Daniel Weiß, Cedric Schiemenz zog ab, doch Endras behielt den Überblick (42.). Statt 1:1 hieß es wenig später 2:0 für die Adler – und dieser Treffer war einer, der für einen Mannheimer eine ganz große Bedeutung hatte: Der 18-jährige Elias schoss sein erstes DEL-Tor, nachdem Eisenschmid einen Schwenninger Aufbau unterbunden hatte (44.). Da die Adler die Unterzahlsituationen vier und fünf schadlos überstanden, wurde es nicht mehr spannend. Im Gegenteil. Plachta hämmerte den Puck in Überzahl zum 3:0 ins Netz (58.), 22 Sekunden später hieß es gar 4:0, als Marius Möchel den Querpass von Krämmer über die eigene Linie bugsierte.

Südwestduell Adler Mannheim feiern Auswärtssieg gegen Schwenningen

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Die Adler: Endras – Larkin, Katic; Schira, Lehtivuori; Krupp, ...

Die Adler: Endras – Larkin, Katic; Schira, Lehtivuori; Krupp, Akdag – Plachta, Smith, Wolf; Elias, Loibl, Eisenschmid; Krämmer, Bast, Leier; Brune, Klos, Wirth.

Tore: 0:1 Eisenschmid (38:29), 0:2 Elias (43:08), 0:3 Plachta (57:12), 0:4 Krämmer (57:34).

Schiedsrichter: Marian Rohatsch (Lindau) und Lukas Kohlmüller (Erding).

Zuschauer: keine zugelassen.

Strafminuten: Schwenningen 8 – Adler 10.

Nächstes Spiel: EHC Red Bull München – Adler (Freitag, 20.30 Uhr).

Redaktion Koordinator der Sportredaktion