Eishockey - 18-jähriger Stürmer der Adler Mannheim setzt bei seinem DEL-Premierentreffer Szene aus Nordamerika perfekt um Elias kopiert Tor aus der NHL

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Christian Rotter
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Mannheim. Der Bann ist endlich gebrochen. Entsprechend lag eine große Erleichterung in der Stimme von Florian Elias, als er die Bedeutung seines Premierentors in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) einordnen sollte. „Das ist überragend, unbeschreiblich, ich finde eigentlich gar keine Worte dafür“, sagte der Stürmer der Adler Mannheim nach dem 4:0-Erfolg bei den Schwenninger Wild Wings am Dienstag.

Adler-Hoffnungsträger Florian Elias (links), hier auf einem Archivbild im Duell mit dem Augsburger T.J Trevelyan, trumpfte in Schwenningen auf. © Pix
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Im elften DEL-Spiel war es für den 18-Jährigen soweit. Nachdem er in den Partien zuvor bereits einige gute Chancen vergeben hatte, an Pfosten, Latte und einem gut reagierenden Torhüter gescheitert war, brauchte er im Baden-Württemberg-Duell die kleine, schwarze Hartgummischeibe im Netz unter. „Langsam wurde es ja auch Zeit, mir ist schon eine Last von den Schultern gefallen.“

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Hilfreiches Videostudium

Nicht nur die intensive Vorbereitung von Coach Pavel Gross ebnete Elias den Weg zum Treffer. Nein, ein privates Videostudium am Montag trug Früchte. „Ich habe mir ein NHL-Highlightvideo angeschaut. Da hat auch ein Stürmer abgezogen und getroffen, obwohl ein Verteidiger direkt vor ihm stand“, lüftete der Blondschopf sein Erfolgsgeheimnis: „Man kann immer etwas lernen – nicht nur von den Spielern aus der besten Eishockey-Liga der Welt.“

Die Adler durchliefen auch bei den Wild Wings einen Lernprozess. Die Schwarzwälder hatten vor dieser Saison die Eisfläche in ihrem Stadion auf die kleineren NHL-Maße umgebaut. Da in der Vorbereitung die geplante Partie im Rahmen des MagentaSport Cups in Schwenningen wegen Corona-Fällen im Team der Wild Wings abgesagt werden musste, traten die Mannheimer zum ersten Mal unter diesen neuen Bedingungen beim Landesrivalen an. „Wir haben uns im Meeting natürlich Gedanken darüber gemacht, wie es wohl sein würde, auf der kleineren Eisfläche zu spielen“, sagte Gross, der erlebte, wie sich seine Mannschaft immer besser darauf einstellte. Als Schlüssel zum Erfolg machte er die überstandene doppelte Unterzahl Ende des ersten Drittels aus, so dass er zufrieden konstatieren konnte: „Das war ein Arbeitssieg und ein Sieg der Geduld.“ Elias machte es großen Spaß, sich auf der kleinen Eisfläche mit dem Gegner zu messen. „Es war viel intensiver – auch körperlich“, betonte der Außenstürmer: „Jeder hat seinen Job gemacht.“ Dosenöffner war das erste Tor der Adler Ende des zweiten Abschnitts. Mark Katic zog ab, der Schuss wurde an den Pfosten abgefälscht. Dort stand Markus Eisenschmid goldrichtig und drückte die Scheibe in die Maschen (39.). Elias (44.), Matthias Plachta und Nico Krämmer mit einem Doppelschlag in der 58. Minute stellten den Auswärtssieg sicher. Neuzugang Taylor Leier, der an der Seite von Krämmer und Jason Bast eingesetzt wurde, durfte sich beim vierten Treffer eine Vorlage gutschreiben lassen.

Starke U-20-WM

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Für Elias blieb am späten Dienstagabend nur eine Frage offen: Wer hatte sich den Puck gesichert, mit dem er Joacim Eriksson überwunden hatte, und für den in der heimischen Vitrine ein Platz neben dem Puck reserviert ist, mit dem er sein erstes Tor in der Deutschen Nachwuchsliga geschossen hat? „Ich hoffe schon, dass das jemand gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass ich ihn im nächsten Training bekommen werde“, sagte der 18-Jährige, der mit der deutschen U-20-Nationalmannschaft bei der WM in Edmonton mit dem Viertelfinaleinzug einen historischen Erfolg gefeiert hatte. Und seine Ausbeute von vier Toren und fünf Vorlagen in nur fünf Spielen lässt ihn großer Hoffnung sein, dass er auch in der DEL noch den einen oder anderen Einschuss feiern darf.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/adler

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