Eishockey - Adler-Stürmer sieht trotz seiner starken Quote noch Steigerungsmöglichkeiten Eisenschmid geht voran

Von 
Christian Rotter
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Mannheim. Vier Tore und sechs Vorlagen in elf Spielen: Markus Eisenschmid ist der Topscorer der Adler Mannheim. Zufrieden ist er damit aber noch lange nicht. Der 26-Jährige will sich stetig verbessern. Insofern verwunderte es nicht, dass er nach der 1:2-Niederlage in Straubing am Freitag sagte: „Ich will mehr Konstanz in meine Leistungen bringen, in jedem Spiel zeigen, was ich kann.“

Beim Torjubel: Markus Eisenschmid ist der Topscorer der Adler. © Binder
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Zwei Tage später ließ er Worten Taten folgen. Beim 2:1 nach Verlängerung gegen Ingolstadt spielte Eisenschmid wie aufgedreht. Satte acht Schüsse feuerte er auf den Kasten von Michael Garteig ab. Es saß zwar nur einer davon, doch damit entschied Eisenschmid die Begegnung. Nur 15 Sekunden dauerte die Verlängerung, ehe der Rechtsschütze zuschlug: Stefan Loibl gewann das Bully, Joonas Lehtivuori leitete den Angriff ein, Eisenschmid fuhr mit Volldampf vors Tor und jagte die Scheibe zum 2:1 in den Winkel.

„Ich hatte davor schon viele gute Chancen, habe einmal den Pfosten getroffen. Die Scheibe wollte aber einfach nicht reingehen“, sagte Eisenschmid: „Im Endeffekt ist es mir allerdings lieber, dass der Puck in der Overtime reingeht als gar nicht.“

Die Adler verhinderten zwar die zweite Niederlage in Folge. Eines wird aber immer offensichtlicher: In der Offensive geht vieles nicht mehr so leicht von der Hand wie noch zum Saisonstart. Neun Tore in den vergangenen fünf Spielen – dass trotz dieser überschaubaren Ausbeute drei Siege heraussprangen, ist beachtlich. Eisenschmid will die Situation nicht dramatisieren. „Es ist die Zeit für die Jungen, sich zu zeigen. Und wir Alten müssen vorangehen und die Mannschaft führen“, wählte der Nationalspieler fast die identischen Worte, die sein Trainer Pavel Gross in der Pressekonferenz nach dem 1:2 in Straubing benutzt hatte.

„Intensität hat wieder gestimmt“

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Gegen Ingolstadt steigerten sich die Adler im Vergleich zu den jüngsten Partien. Im Schlussabschnitt rannten sie so lange an, bis der Puck endlich drin war und sich Brendan Shinnimin für den 1:1-Ausgleich feiern ließ (58.). „Die Intensität hat bei uns wieder gestimmt. Wir haben die Checks zu Ende gefahren, das hat bei uns zuletzt ein bisschen gefehlt. Wir waren viel unangenehmer zu spielen“, sagte Eisenschmid. Die Mannheimer profitieren davon, dass sich ihr Lazarett langsam lichtet. Am Sonntag feierte Mark Katic sein Comeback, beim Prestigeduell am Mittwoch (20.30 Uhr) in München könnte möglicherweise Matthias Plachta wieder auflaufen. Zudem soll Craig Schira sein Debüt im blau-weiß-roten Trikot feiern.

Katic brachte gegen Ingolstadt mehr Esprit ins Mannheimer Spiel an der blauen Linie, beim Ingolstädter Führungstor sah er jedoch nicht gut aus. David Elsner hatte sich in seinem Rücken davongeschlichen und netzte zum 1:0 für die formstarken Panther ein (33.). „Unterm Strich steht, dass wir unsere Aufgabe erledigt haben“, betonte Katic, der sich wegen der zuletzt stockenden Torproduktion keine Sorgen macht: „Das wird wieder kommen.“

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Kommen – das ist ein gutes Stichwort: Wann kommt die Verstärkung für den Sturm? „Wir befinden uns in einer außergewöhnlichen Situation“, sprach Sportmanager Jan-Axel Alavaara die Auswirkungen der Corona-Pandemie an. „Ich weiß gar nicht, mit wie vielen Spielern und Agenten ich in den letzten Tagen gesprochen habe. Viele überlegen es sich ein-, zwei-, dreimal, ob sie momentan umziehen wollen.“ Es ist wohl am wahrscheinlichsten, dass der gesuchte Center aus einer europäischen Liga kommt. „Es gibt in Europa zwar keine freien Spieler, aber Vereine, die wirtschaftliche Probleme oder keine Chance mehr haben, die Play-offs zu erreichen. Wenn sie sich das Gehalt eines Spielers einsparen möchten, sind sie bereit, diesen abzugeben“, so Alavaara.

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Redaktion Koordinator der Sportredaktion