Tennis - Alexander Zverev in Melbourne souverän weiter Eisbad als Belohnung

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dpa
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Melbourne. Das Eisbad hatte Alexander Zverev schon hinter sich, als er kurz vor Mitternacht über seinen kommenden Kontrahenten sprach. Im Kampf um den Einzug in das Achtelfinale der Australian Open trifft der letzte im Feld verbliebene deutsche Tennisspieler am Freitag auf den Franzosen Adrian Mannarino. Statistik und Blick in die Vergangenheit machen dem 23 Jahre alten Hamburger Mut, die Bauchmuskelverletzung allerdings bereitet ihm noch erhebliche Sorgen.

Alexander Zverev kämpft mit einer Bauchmuskelverletzung. © dpa
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Mit einem dicken Pflaster unter dem Muskelshirt trat Zverev am Mittwoch im zweiten Match der Night Session gegen den amerikanischen Qualifikanten Maxime Cressy an und widerstand trotz unübersehbarer Schwierigkeiten beim eigenen Service mit Geduld und Nervenstärke dem Aufschlaghünen aus dem kalifornischen Hermosa Beach. 7:5, 6:4, 6:3 hieß es nach 2:04 Stunden für den Weltranglisten-Siebten, der vor dem Match nach eigenen Worten sogar noch Schmerzmittel einnehmen musste.

Australian Open in Melbourne, Herren, Einzel, 2. Runde: Dominic ...

Australian Open in Melbourne, Herren, Einzel, 2. Runde: Dominic Thiem (Österreich/3) - Dominik Koepfer (Donaueschingen) 6:4, 6:0, 6:2; Alexander Zverev (Hamburg/6) - Maxime Cressy (USA) 7:5, 6:4, 6:3; Novak Djokovic (Serbien/1) - Frances Tiafoe (USA) 6:3, 6:7 (3:7), 7:6 (7:2), 6:3.

Damen, 2. Runde: Simona Halep (Rumänien/2) - Ajla Tomljanovic (Australien) 4:6, 6:4, 7:5; Naomi Osaka (Japan/3) - Caroline Garcia (Frankreich) 6:2, 6:3; Sorana Cirstea (Rumänien) - Petra Kvitova 6:4, 1:6, 6:1; Serena Williams (USA/10) - Nina Stojanovic (Serbien) 6:3, 6:0.

Koepfer ohne Chance gegen Thiem

Beim ATP Cup in der vergangenen Woche hatte sich der US-Open-Finalist die Verletzung zugezogen. Danach wurde es erst besser, am Vortag der Partie gegen Cressy aber wieder schlechter. „Ich habe es schlechter gemacht“, sagte Zverev. „Ich habe probiert, voll aufzuschlagen, habe aber nach ein paar Aufschlägen gemerkt, dass etwas nicht in Ordnung ist.“ Gegen Cressy habe er viel langsamer aufgeschlagen als sonst und die Verletzung auch gespürt. „Ich hoffe, es wird im Lauf der Woche besser, denn bis zum Ende des Turniers brauche ich meinen vollen Aufschlag irgendwann mal wieder“, sagte Zverev, ehe er sich mit der Aussicht auf ein sehr spätes Abendessen, ein bisschen Regeneration und „Schlaf vermutlich nicht vor drei Uhr“ ins Hotel verabschiedete. Zverev rettete nach dem Chancenlos-Auftritt von Dominik Koepfer gegen den Österreicher Dominic Thiem die deutsche Herren-Bilanz – doch natürlich ist für den Melbourne-Halbfinalisten des Vorjahres auch in diesem Jahr eine Runde mit der Endung -finale das Minimalziel. Im direkten Vergleich gegen Mannarino führt Zverev 5:0. Doch mit dem unbequemen Linkshänder trug Zverev schon so manchen Zwist aus.

Koepfer, der zum Bundesliga-Kader von Grün-Weiss Mannheim gehört, unterlag seinem Bundesliga-Kollegen aus Österreich mit 4:6, 0:6, 2:6. „Ich habe viel mit mir selber gehadert und Energie verschwendet, eine schlechte Körpersprache gehabt“, räumte Koepfer ein. Er sei „sehr negativ auf dem Platz mir selbst gegenüber“ gewesen. dpa