Faustball - Mannheim erhält Zuschlag für die WM 2023 / Finaltage finden auf Naturrasen in der SAP Arena statt Eine Sportart setzt ein Zeichen

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Christian Rotter
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Wird 2023 um eine sportliche Erfahrung reicher sein: In der SAP Arena werden die Finaltage der Faustball-WM ausgetragen. © Binder

Mannheim. Eishockey, Handball, Volleyball – in ihrer 19-jährigen Geschichte hat die SAP Arena bereits viele sportliche Großereignisse erlebt. Am 26. April holten die Adler die deutsche Eishockey-Meisterschaft zurück nach Mannheim, die Rhein-Neckar Löwen feierten zwei Titelgewinne in ihrem Wohnzimmer, seit 2016 veranstaltet der Deutsche Volleyball-Verband in der Multifunktionshalle im Bösfeld sein Pokalfinale.

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In vier Jahren zieht eine andere Sportart für zwei Tage hier ein: Faustball. Der Weltverband IFA hat die WM 2023 nach Mannheim vergeben. Die Vorrunde wird im Rhein-Neckar-Stadion des Fußball-Verbandsligisten VfR Mannheim ausgetragen, die Finaltage (28./29. Juli) steigen in der SAP Arena.

„Dass die letzten zwei Turniertage in der SAP Arena stattfinden, ist das Sahnehäubchen der WM 2023“, sagt Jörg Trinemeier. Er ist Vorsitzender des TV Käfertal, der in vier Jahren als Mit-Ausrichter der Titelkämpfe agiert, bei denen 18 oder vielleicht sogar 20 Nationen an den Start gehen. Der Verein hat sich zuletzt als nahezu perfekter Veranstalter der Hallen-DM einen Namen in der Szene gemacht, eine WM ist aber eine ganz andere Hausnummer. Das weiß Trinemeier, der vom Konzept überzeugt ist. Er hat auch keine Bedenken, dass die beiden Finaltage in der SAP Arena vor halbleeren Rängen über die Bühne gehen könnten: „Zurzeit läuft im schweizerischen Winterthur die WM 2019. Am dritten Vorrundentag sind fast 6000 Fans ins Stadion gekommen, zum Finale werden bis zu 9500 Zuschauer erwartet.“

Faustball erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Der Spartensender Sport1 übertrug im Juli 2017 Spiele der World Games live – mit guten Einschaltquoten. „Die Entscheider waren erst einmal ziemlich platt, als wir die SAP Arena als Austragungsort der Finaltage präsentiert haben“, erzählt Trinemeier.

12 000 Fans erwartet

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Die Idee traf schnell auf Unterstützung, nur eine Sache musste geklärt werden, ehe der Zuschlag mit großer Mehrheit erteilt wurde: Ist es okay, eine Freiluft-WM – zumindest zum Teil – unter einem Hallendach stattfinden zu lassen? Als diese Bedenken zerstreut waren – immerhin wird extra für die Faustball-WM Naturrasen in der Multifunktionshalle verlegt –, gab es grünes Licht. „Wir haben die technischen Voraussetzungen mit dem Arena-Management abgesprochen und werden auch von der Stadt Mannheim hervorragend unterstützt. Ganz klar: Mit den Finaltagen in der SAP Arena wollen wir auch ein Zeichen für unsere Sportart setzen“, betont Trinemeier. „Wir erwarten ein ausverkauftes Haus.“

Noch ist nicht ganz klar, wieviele Zuschauer genau die SAP Arena bei der WM 2023 fassen wird. Das 50 mal 20 Meter große Feld muss zuzüglich der Auslaufzonen verlegt werden. „Erste Hochrechnungen haben ergeben, dass etwa 12 000 Fans Platz haben“, sagt Trinemeier. Vor allem auch für die Teilnehmer wird die WM ein Höhepunkt in ihrer Karriere. In der Multifunktionshalle gehen am letzten Turniertag nicht nur das Final-, sondern alle Platzierungsspiele über die Bühne. Das freut auch Daniel Hopp. „Weltmeisterschaften sind immer etwas Besonderes“, sagt der Arena-Geschäftsführer.

Redaktion Koordinator der Sportredaktion