Biathlon - Arnd Peiffer und Franziska Preuß vor WM-Start Ein Duo trägt alle Last

Von 
Stefanie Wahl
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Franziska Preuß zählt in jedem Rennen zu den Mitfavoritinnen. © dpa

Pokljuka. Ohne Zuschauer starten am Mittwoch die Weltmeisterschaften auf der Pokljuka. Arnd Peiffer und Franziska Preuß, die von der Vorbereitung aus dem österreichischen Obertilliach wie zahlreiche andere Nationen auch nach Slowenien gereist sind, gelten als die größten deutschen Hoffnungen auf eine Medaille. Die wichtigsten Fragen vor dem Saisonhöhepunkt.

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Für wie viele Medaillen sind die Deutschen gut?

Bundestrainer Mark Kirchner kann diese Frage nicht ausstehen. Mal antwortet er mit Sarkasmus, mal wird er pampig, immer aber ist er genervt. Dabei weiß der Thüringer, der seit mehr als zwei Jahrzehnten im Trainergeschäft ist, zu gut, dass Medaillen die entscheidende WM-Währung sind. Diesmal sagt er: „Es wird nicht leichter. In der Staffel wollen wir wie immer um die Medaillen mitlaufen und uns eine erkämpfen.“ Und in den Einzelrennen? „Wenn es eine mehr wird – egal wo und egal wie – würde ich das aufgrund der Vorleistungen zumindest im Männer-Bereich unterschreiben.“ Vor einem Jahr in Antholz haben die Deutschen fünf Medaillen geholt, allerdings keine goldene. Das größte Manko der DSV-Teams bisher ist die fehlende Konstanz. „Das hat uns ein Stück weit limitiert“, gibt Kirchner zu. Zu schlagen sind allen voran die Norweger und Franzosen.

Wer ist der größte Hoffnungs- träger bei den Männern?

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Bei den Männern Arnd Peiffer, der den Massenstart in Hochfilzen gewonnen hat und im Sprint von Oberhof Dritter geworden ist. Im Gesamtweltcup, den der Norweger Johannes Thingnes Bö anführt, liegt er auf Rang zwölf. Immerhin: Mit 93 Prozent Trefferquote im Liegendanschlag und 86 Prozent stehend liegt Peiffer vor Bö (90/81 Prozent). Nach Slowenien reist der Olympiasieger mit gemischten Gefühlen, weil er hier bisher nur wenige gute Rennen abgeliefert hat. Oft ist der 33-Jährige platt angereist, was sich auf 1300 Metern fix rächt. Diesmal aber sind der Zeitpunkt und die Situation andere. „Ich will gerne mit einer Medaille im Gepäck nach Hause fahren“, sagt Arnd Peiffer.

Was ist der konstantesten Frau, Franziska Preuß, zuzutrauen?

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Geht es nach ihren Fähigkeiten, zählt sie in jedem Rennen zu den Medaillenkandidatinnen. Doch der Freundin des vor mehr als einer Woche zurückgetretenen Simon Schempp flattern manchmal die Nerven. Die 26-Jährige fühlt sich frisch, strahlt Optimismus aus und schielt auf eine Medaille – im Sprint und im Massenstart ist sie diese Saison schon auf dem Podest gestanden: „Es wäre richtig cool, wenn es da klappen würde. Aber mir ist es fast egal, wo ich draufstehe“, sagt die Sechste im Gesamtweltcup.